Gedanken, Persönliches

How to be (like) a Child

Wenn ich mal wieder versuche herauszufinden, welcher Job zu mir passen könnte, stoße ich ab und zu auf den Tipp, sich an dem zu orientieren, was man als Kind schon gerne gemacht hat. Da ich nicht überdurchschnittlich häufig oder gerne anderen Kindern Dinge beigebracht, Ärztin oder Verkäuferin gespielt habe, ergibt sich mir daraus leider kein konkretes Berufsbild. Auch aus den Tatsachen, dass ich gerne gemalt habe und auf Bäume geklettert bin, lassen sich nur abstrakte Schlüsse ziehen – irgendetwas Kreatives und/oder Aktives? Ja, wow. Weiterlesen „How to be (like) a Child“

Gedanken, Gesellschaft

Von Misogynie bis Missbrauch

Ein kurzer Disclaimer zu diesem Text: Ich habe ihn in einem ziemlich emotional aufgeladenen Zustand geschrieben. Im Rahmen eines Freiwilligenjobs habe ich mich vor kurzem vermehrt mit den Themen Belästigung und (sexueller) Missbrauch beschäftigt. Ich habe intensiven Kontakt zu Aktivist*innen gehabt; Geschichten gehört, die mich sprachlos machten. Ich möchte sexistische Sprüche hier in keinem Fall mit körperlichem Missbrauch gleichsetzen; ich möchte auch nicht zu Schubladendenken einladen oder es mir in einer Opferrolle bequem machen. Primär möchte ich meinen Gefühlen Ausdruck verleihen und hier in einer kleinen Ecke im Internet ein Thema zur Sprache bringen, das mir am Herzen liegt.

Erst war ich fassungslos, dann traurig, jetzt bin ich wütend. Ich bin wütend darüber, dass sexistische Kommentare und körperliche Belästigungen so allgegenwärtig sind, dass sie für viele zur Normalität geworden sind. Ich bin wütend darüber, dass Frauen, in der Öffentlichkeit oder im Privaten, ständig über ihr Äußeres definiert werden; darüber, dass ein „nein“ so oft nicht ernstgenommen wird; über die Steine, die ihnen in mancherlei Hinsicht in den Weg gelegt werden. Sexismus, so tief in unserer Gesellschaft verankert, von klein auf erlernt, durch Stereotype genährt. Weiterlesen „Von Misogynie bis Missbrauch“

Allgemein

Awesome Blogger Award

Utopie versus Realität got nominated for the “Awesome Blogger Award“!

Thanks to dear Sovely from the blog MurmelMeister, I get to answer some fun and thought provoking questions about myself, which I love to do! I have only dived into the blogging world (again) for the past weeks, since the breakout of the Coronavirus, and Sovely’s blog is one of the first blogs that I now read regularly. It may sound a bit overdramatic, but I am truly honored to be nominated by someone so established in the blogging scene and I really appreciate the way she shares her thoughts and in turn makes me and others think. So, thanks a lot, Sovely, I’m really glad to be here and to have stumbled upon your inspiring art/work! Weiterlesen „Awesome Blogger Award“

Gedanken, Persönliches

Mein ehrliches Bewerbungsschreiben

Sehr geehrte Damen und Herren,

hiermit bewerbe ich mich um einen Job, der mich erfüllt. Er sollte auch bezahlt sein, na klar, womöglich so gut, dass ich mir davon Miete, Essen und auch mal einen Urlaub leisten kann. Wahrscheinlich sollte ich hier nicht so tiefstapeln, immerhin habe ich sechseinhalb Jahre dafür studiert, jetzt dieses Schreiben tippen zu dürfen. Aber dies ist ein ehrliches Bewerbungsschreiben und tatsächlich suche ich weniger nach der großen Karriere, sondern vielmehr nach ein bisschen Sinn und Mehrwert. Das mag idealistisch klingen. Oder bescheuert. Aber so bin ich. Gut, wenn Sie mir unbedingt ein sechsstelliges Gehalt bezahlen möchten, nehme ich gerne auch das. Weiterlesen „Mein ehrliches Bewerbungsschreiben“

Gedanken, Gesellschaft

Neugier und Ignoranz

Sovely vom Blog MurmelMeister hat mich mit ihrem Beitrag NEXT zum Nachdenken über uns Menschen angeregt. Dabei fand ich mehr Fragen als Antworten…
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Bleibst du manchmal stehen und betrachtest das, was um dich herum geschieht, wie mit Kinderaugen? Fragst du dich manchmal auch, was wir da eigentlich treiben, wir Menschen mit unseren Nachbarschaftsstreitigkeiten, unserem Hang zum Konsum und unserer unbegrenzten Fähigkeit zu lieben? Was uns antreibt?

Ist es Optimismus oder Wahnsinn? Sind wir genetisch darauf gepolt, überleben zu wollen, komme was wolle? Was macht uns zu solch narzisstischen Meistern der Ignoranz und zugleich zu neugierigen Empathen? Weiterlesen „Neugier und Ignoranz“

Gedanken, Gesellschaft

Für alle, die misstrauen und Misstrauen säen

Eigentlich bin ich der Meinung, dass genug über die jetzige Situation diskutiert wird. Eigentlich lese ich kaum Facebook-Kommentare, vor allem nicht solche, die bei denen ich am liebsten schreien möchte. Eigentlich möchte ich mich nicht aufregen, ruhig und gelassen bleiben.

Aber heute habe ich genug von sogenannten Freiheitskämpfern, truth bomb droppers, Aufgewachten. Von Menschen, die lieber Tode in Kauf nehmen als sich in irgendeiner Weise einzuschränken. Die hinter allem eine Verschwörung wittern, nichts und niemandem Glauben schenken. Weiterlesen „Für alle, die misstrauen und Misstrauen säen“

Gedanken, Persönliches

Grau ist voll mein Ding

Grau ist nicht gerade die beliebteste aller Farben. Grau liegt zwischen Unwetter und Sonnenschein, zwischen Tag und Nacht. Grau setzt kein Statement, es ist unscheinbar, vielleicht sogar langweilig. Grau erntet keinen Applaus, höchstens ein müdes Nicken, schweigende Akzeptanz.

Lange Zeit war grau nicht so mein Ding. Ich tat Dinge ganz oder gar nicht; wenn überhaupt, dann akribisch, perfektionistisch. Nicht nur dabei sein, um das Spiel zu genießen; teilnehmen, nur um zu gewinnen, oder eben nicht. Der Weg nicht das Ziel, sondern – das Ziel eben als Ziel. Und dahinter ein neues Ziel. Weiterlesen „Grau ist voll mein Ding“

Gedanken, Persönliches

Auf ungelebte Momente

Während der letzten Monate habe ich mich in einem Leben eingerichtet, das sich kaum richtig entfaltet hat, bevor es schon wieder vorbei war. Aus einem Jahr in einer neuen Stadt, mit neuen Herausforderungen, Lieblingsorten und Freundschaften, wurde ein halbes. Ein halbes Jahr, eine überstürzte Verabschiedung in dem Moment, in dem ich richtig angekommen war. Ein halbes Jahr, die Hälfte der geplanten Erlebnisse und Erfahrungen, ein Jahr mit einem hässlichen Riss in der Mitte. Weiterlesen „Auf ungelebte Momente“

Gedanken, Gesellschaft

Alles ist gut, wirklich.

Zumindest kann ich immer noch glauben, dass alles gut ist,

solange du mir meistens einen Kuss gibst, bevor du gehst
und solange die Inflation nicht mehr als 2% pro Jahr beträgt,
ach, oder 5;
wenn die AfD-Wähler noch nicht in der Mehrheit sind
und man bald wieder draußen grillen kann,
dann gibt es doch eigentlich keinen Grund zu klagen; Weiterlesen „Alles ist gut, wirklich.“

Gedanken, Gesellschaft

Wir müssen über Privilegien sprechen

Privilegien sind tief in unserer Gesellschaft verankert. Diejenigen, die sie innehaben, sind sich dessen oftmals gar nicht bewusst; die, denen sie fehlen, fällt das herrschende Ungleichgewicht dafür umso mehr auf. Reaktionen auf die Konfrontation mit den eigenen Privilegien können vielfältig sein: sie reichen von Scham bis hin zu Trotz oder gar einem Gefühl der Überlegenheit. Häufig sehen wir unsere Privilegien, mit denen wir zum großen Teil geboren werden, als so selbstverständlich an, dass wir ihnen keine weitere Aufmerksamkeit schenken. Weiterlesen „Wir müssen über Privilegien sprechen“