Gedanken, Psyche

The beauty of silence

Vor relativ kurzer Zeit saßen mein Freund und ich in einem Café. Wir schwiegen uns an, und zwar genau genommen die ganze Zeit lang. Nicht ein Wort durchbrach die Stille.
Was nach einer ziemlich seltsamen und unangenehmen Situation klingt, war in Wahrheit einer der schönsten Momente unseres gesamten Sommerurlaubs. Das „Reaching Out Teahouse“ in Hoi An, einer touristisch anmutenden Hafenstadt Vietnams, beschäftigt hauptsächlich Menschen mit Gehörschwierigkeiten, die Bestellung wird aufgeschrieben und es wird mit beschrifteten Holzblöcken und simplen Gesten kommuniziert. Es ist eine Oase im Trubel der Fußgängerstraßen.

Und weil sich meinen Gedanken keine Worte in den Weg stellten, konnte ich ihnen einfach ihren Lauf lassen. 

Stille legt alles offen. Emotionen lassen sich nicht mehr überspielen, egal ob Angst oder Entspannung, die Stille gibt ihnen Raum. Erst, wenn man mit einer Person großartig schweigen kann, fühlt man sich bei ihr doch wahrhaftig wohl. Es gibt dann keinen Grund mehr, etwas vorzugeben, die pure Anwesenheit genügt. Wir lernen, uns auch ohne Worte zu verstehen und erkennen, wie ähnlich wir doch oft denken, wenn wir unsere Blicke und Gesten deuten.

Stille macht empfänglicher für alle anderen Reize, sie schärft die Sinne. Als ich ohne ein Wort zu sagen die Tasse in den Händen hielt, nahm ich den Geschmack und den Geruch meines Kaffees intensiver wahr. 
Stille inspiriert, sie regt mich an, über all das nachzudenken, was in der Hektik des Alltags untergeht. Viel zu oft habe ich das Bedürfnis, sie zu verdrängen und mit Bedeutungslosigkeiten zu füllen. Dabei kann sie Verbindungen stärken und unsere Reserven wieder aufladen.

Auch, wenn es gut tut, über alles reden zu können, ist es eine willkommene Abwechslung, eine Zeit lang über alles zu schweigen und einfach nur die Stille zu genießen. Vielleicht sollten wir uns öfter darin üben, uns gegenseitig ohne Worte zu verstehen.

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2 Gedanken zu „The beauty of silence“

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