Gedanken, Rezensionen

Rezension: Starkes weiches Herz von Madeleine Alizadeh / Dariadaria

Zusammenfassung:

Madeleine Alizadeh – auch bekannt als Dariadaria – ist eine der bekanntesten Influencer*innen im deutschsprachigen Raum. Ja, ich weiß, ich mag das Wort „Influencer*in“ auch nicht und verbinde damit vor allem Personen, die ihren Followern den neusten Skinny Tea aufschwatzen. Jedoch stellt Alizadeh so viele verschiedene Projekte auf die Beine, dass es schwerfällt, ihr einen treffenden, nicht zu ausufernden Berufstitel zu geben; und nicht zuletzt beeinflusst sie durch ihren Einsatz für Menschen und Umwelt mich und viele andere.

In ihrem ersten Buch „starkes weiches Herz – Wie Mut und Liebe unsere Welt verändern können“, das 2019 in der zweiten Auflage erschien, macht sie unter anderem auf Missstände wie den Druck, unter dem Frauen in unserer Gesellschaft stehen, aufmerksam. Sie berichtet von ihren Erfahrungen im Beruf und im Privatleben, was für Alizadeh nicht immer leicht zu trennen ist. So geht es beispielsweise um den Umgang mit Hassrede genauso wie um Produktivität oder Selbstliebe. Zusammengefasst lässt sich sagen, dass die Autorin in ihrem Buch all das behandelt, was sie in ihrer Zeit als „starke“, in der Öffentlichkeit stehende Aktivistin und als „weiche“ Privatperson gelernt und erfahren hat. Da das Buch unter anderem biographische Züge hat, aber auch vielerlei Ratschläge beinhaltet, fällt es schwer, es einem Genre zuzuordnen, was jedoch vielleicht auch gar nicht notwendig ist.

Das Buch ist in insgesamt 7 Kapitel unterteilt, welche aus einigen kürzeren Abschnitten zu jeweils einem Thema bestehen. Die Kapitel tragen Namen wie „Was will ich eigentlich?“ und „Wie gehe ich mit Hindernissen um?“. Häufig kommt die Autorin auf bestimmte „Tools“ zu sprechen, die ihr dabei helfen, ihre Situation zu reflektieren und liebevoll mit sich selbst umzugehen, um so mental schwierige Zeiten zu überstehen. Nicht selten spricht sie den Leser oder die Leserin direkt an und gibt praktische Tipps, um das eigene Leben objektiver unter die Lupe zu nehmen oder empathischer sich selbst gegenüber zu sein.

Meine Meinung:

Mit dem Titel „starkes weiches Herz“ konnte ich zunächst ehrlich gesagt nicht besonders viel anfangen. Er kam mir kitschig und zu gewollt vor, insbesondere störte mich der Begriff des Herzens – war die Autorin nicht in ihrer Gesamtheit stark und gleichzeitig sanft oder weich? Nachdem ich das Buch beendet hatte, hatte ich irgendwie Frieden mit dem Titel geschlossen. Ich kann nicht genau sagen warum, aber etwas in mir fühlte sich durch ihn beinahe angegriffen und wurde durch das Lesen des Buches wieder beruhigt. Ich konnte nun nachvollziehen, dass der Titel des Buches die scheinbaren Widersprüche innerhalb einer Person wie Madeleine Alizadeh gut widerspiegelt.

Trotz der verschiedenen Kapitel und Unterthemen fiel es mir oft schwer, einen roten Faden zu erkennen. Viele Themen, die einem, wenn man der Autorin auf Social Media folgt, schon bekannt vorkommen könnten, werden nur angerissen. Dass das Buch thematisch keinen klaren Fokus setzt, halte ich aber auch für seine Stärke. So regt es den Leser oder die Leserin dazu an, sich selbst zu hinterfragen, Themen zu recherchieren, den eigenen Horizont zu erweitern. Ein Stift und ein Notizzettel sind beim Lesen von „starkes weiches Herz“ somit eigentlich Pflicht.
„Starkes weiches Herz“ halte ich für ein Werk, bei dem man noch viel mehr lernt und entdeckt, wenn man es ein zweites (oder drittes) Mal liest. Ich musste mich beim ersten Lesen regelrecht dazu zwingen, es nicht in einem durchzulesen, um die einzelnen Abschnitte besser reflektieren und verarbeiten zu können. Jedes Themengebiet bietet unglaublich viele Anregungen zum Nachdenken und Raum dazu, seine eigenen Gedanken weiterzuspinnen. Kein Wunder, schließlich beinhaltet es viel davon, was die Autorin in ihrem bisherigen Leben gelernt hat.

Fazit:

Alles in Allem habe ich „starkes weiches Herz“ – trotz meines anfänglichen Misstrauens des Titels gegenüber – sehr gerne gelesen und konnte viel daraus mitnehmen. Ich bin mir sogar ziemlich sicher, dass ich es noch einmal lesen und über für mich besonders interessante Themen weiter nachdenken werde. Es ist eine schöne Anregung zur Reflektion der Gesellschaft und der eigenen Person. Allerdings glaube ich auch, dass das Buch unbedingt mit Offenheit gegenüber den Ansichten der Autorin gelesen werden muss und dass es einiges an Reibungsfläche bieten kann.

3 Gedanken zu „Rezension: Starkes weiches Herz von Madeleine Alizadeh / Dariadaria“

  1. Madeleien folge ich schon seit längeren auf Instagram und durch sie habe ich auch erst mit dek Podcast hören angefangen, denn ihr Podcast war der Erste für mich. Schon bei den Podcastthemen, die sie oft ausgewählt hat, war ich im Zwiespalt, ob ich mir die Folge anhören soll oder nicht. Ich muss jedoch sagen, dass sich jede Folge gelohnt hat, denn man hat etwas dazugelernt und noch mal eine andere Perspektive eingenommen. Ich kann mir gut vorstellen, dass das einfach Medeleines Art ist „zu schreiben“ oder sich eben auszutauschen 🙂 Bis jetzt hin habe ich ihr Buch noch nicht gelesen, aber es steht sehr weit oben auf meiner Leseliste (: Vielen Dank für deinen Beitrag!
    Viele Grüße
    Magda von magdasmomente

    Gefällt mir

    1. Hi 🙂 ja, ihren Podcast höre ich auch ab und zu. Ich hab mir letztens meine Rezension hier nochmal durchgelesen und sie als negativer als gewollt empfunden… Ich würde ihr Buch auf jeden Fall empfehlen! Man muss halt ein bisschen offen für Madeleines Ansichten sein, aber wenn man das nicht ist, sollte man ihr wohl auch generell nicht folgen. 😀
      Liebe Grüße!

      Gefällt 1 Person

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