Gedanken, Psyche

Alles ist gut, wirklich.

Zumindest kann ich immer noch glauben, dass alles gut ist,

solange du mir meistens einen Kuss gibst, bevor du gehst
und solange die Inflation nicht mehr als 2% pro Jahr beträgt,
ach, oder 5;
wenn die AfD-Wähler noch nicht in der Mehrheit sind
und man bald wieder draußen grillen kann,
dann gibt es doch eigentlich keinen Grund zu klagen;
alles ist gut, solange wir meistens zusammen frühstücken,
und Urlaube planen
und ich wenn mein kleines Stückchen Freiheit darin finde,
dass meine Eltern einen Garten haben
und mein bisschen Sicherheit in deiner Umarmung,
dann ist doch im Grunde genommen das Leben gar nicht so schlecht.
Solange es Menschen gibt, die Flüchtlinge aus dem Mittelmeer retten,
und Tafeln und Obdachlosenheime und Notfallhotlines,
solange ist doch für alle gesorgt;
Zumindest, wenn man bald wieder ins Kino kann,
und jedes Jahr ein neues FIFA-Spiel rauskommt
und wöchentlich neue H&M-Kollektionen,
dann kann ich das Dasein auf dieser Welt genießen:
solange die Sonne scheint und du mich ab und zu anlächelst,
und Fleischessen noch nicht verboten ist,
kann uns doch alles Schlechte der Welt nichts anhaben;
und solange wir noch auf unsere Rente hoffen können,
zumindest ein bisschen,
solange will ich mich nicht beklagen
und schweigen
solange ist alles gut,
wirklich, alles super,
zumindest hier,
bei uns
oder  nicht?

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