Gedanken, Psyche

Die Quelle der Inspiration

Mit der Inspiration ist das so eine Sache. An manchen Tagen produziert mein Kopf eine Idee nach der anderen. Jede Kleinigkeit macht mich neugierig, begeistert mich. Nicht selten bin ich dabei unterwegs, kritzele Phrasen auf zerknitterte Zettel und tippe für andere unverständliche Schlagworte in mein Handy. Doch allzu oft geht zu viel Zeit ins Land, bis ich mich meinen Ideen wieder widme. Und wo zuvor großartige Pläne waren, finde ich nur noch unleserliche Notizen, Zeugen von Gedankengängen, die mich später selbst verwirren.

Zu anderer Zeit ist die Quelle der Inspiration scheinbar völlig versiegt, teilweise wochen- oder monatelang. Das ist insbesondere dann der Fall, wenn meine Gedanken keine Zeit haben, frei umherzustreunen. Wenn ich produktiv sein muss oder will und alles gebe, so sehr, dass für Fantasie und Inspiration kein Raum mehr bleibt. Dann schaltet mein Gehirn in den Selbsterhaltungsmodus und alles, was es zusätzlich zur Arbeitsleistung produziert sind Gedanken an ich-will-entspannen. Deshalb habe ich in letzter Zeit wenig zu Papier bzw. auf den Bildschirm gebracht, und wenn, dann Dinge wie dieses Gedicht über Druck.

Doch ebenso plötzlich, wie die Quelle der Inspiration dichtmacht, beginnt sie auch wieder zu sprudeln. Manchmal reichen schon ein paar freie Stunden, manchmal braucht es eine Woche, je nachdem, wie schwer der Fall des Funktionierenmüssens ist. Wichtig ist in jedem Fall, dass mein Verstand im wahrsten Sinne des Wortes unbeschwert ist. Außerdem gibt es bestimmte Umgebungen und Aktivitäten, die meiner Kreativität besonders zuträglich sind. Die besten Einfälle kommen mir häufig

  • in ungewohnten Umgebungen, beispielsweise, als ich letztens den Teufelsberg in Berlin erkundet habe;
  • beim Zugfahren oder Spazierengehen, also dann, wenn ich meine Gedanken schweifen lasse;
  • wenn ich anderen Menschen zuhöre oder das Treiben um mich beobachte;
  • generell, wenn ich etwas tue, was keine hundertprozentige Konzentration erfordert, beispielsweise beim Kochen oder vor mich hin Zeichnen

Kommen Kreativität und Inspiration für euch auch in Wellen? Und wann kommen euch die besten Ideen?

Bildnachweis: unsplash.com/AJ Robbie

5 Gedanken zu „Die Quelle der Inspiration“

  1. Oh, ich stimme dir bei allem zu! Ich bin auch (leider) sehr von meiner Inspiration abhängig und kann selten etwas planen… „Selbsterhaltungsmodus“ finde ich einen sehr passenden Begriff, wenn das Gehirn mit allen anderen Sachen schon genug zu tun hat und für den Freigeist kein Platz mehr übrig ist.
    Für mich würde ich bei den letzten Punkten noch ergänzen: inspirierende Menschen. Wenn ich auf die letzten zwei, drei Jahre zurückblicke, stelle ich bei mir fest, dass ich besonders von Menschen inspiriert werde. Ein Mensch hat mich vor einiger Zeit dermaßen beeindruckt, dass sich mein ganzes Schreiben und die Art und Weise, wie ich das Leben betrachte, geändert haben. Das beeinflusst mich bis jetzt immer noch positiv. 🙂

    Liebe Grüße
    Alina

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    1. Ja, andere Menschen sind oft wirklich inspirierend. 🙂 Das klingt ja nach einer tollen Begegnung! Ich glaube deswegen reise ich auch so gerne, weil man dabei so vielen spannenden Menschen begegnet.
      Hab‘ noch eine schöne Woche voller Inspiration 🙂 liebe Grüße zurück!

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  2. Helen, Deine Worte sind mir wohl vertraut. Meine Gedanken und Gefühle brauchen Raum, um sich zu entfalten…

    Das geht nur, wenn die Festplatte nicht überfüllt ist, meist nachts, wenn die Welt schläft und ich Ruhe finde.

    Alles Liebe, Sovely

    PS ich freue mich immer von Dir zu lesen!

    Gefällt 1 Person

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