Gedanken

Der obligatorische Jahresrückblick auf 2020

Ich glaube so viel steht fest: 2020 lief anders als gedacht. Für viele Menschen war es ein hartes Jahr, ein Jahr voller Verluste. Für mich persönlich war das Jahr äußerst turbulent, auch, wenn ich glücklicherweise persönlich nicht allzu sehr unter der Pandemie zu leiden hatte. Nur die Südamerikareise – seit Jahren ein Traum von mir – die nach dem Studienabschluss endlich anstehen sollte, musste leider auf unbestimmte Zeit verschoben werden. Aber das war nicht das einzige, was anders lief als geplant. Dennoch hielt dieses Jahr viele schöne und besondere Momente für mich bereit – und auch ein paar Learnings.

Was habe ich dieses Jahr gelernt?

Flexibilität ist alles.

Wenn du die Situation nicht ändern kannst, mach das Beste daraus.

Du kannst nicht alles alleine machen. Ohne Vertrauen in andere geht nichts.

Und nicht zuletzt: Spazierengehen ist ein valides Hobby und ein Spaziergang kann manchmal Wunder bewirken.

Was lief anders als erwartet?

… was lief dieses Jahr nicht anders als erwartet? Während ich Anfang des Jahres noch ganz sicher war, dass ich im September nach Südamerika aufbrechen würde, bin ich stattdessen einfach mal nach Berlin gezogen. Dort hat mich mein Job allerdings nicht lange gehalten – schon zwei Monate später ging’s nach Trier. Auch der Plan, ein journalistisches Volontariat zu machen, hat nicht gehalten: mittlerweile versuche ich mich erst mal an einer Promotion. Damit hätte ich noch vor ein paar Monaten nicht wirklich gerechnet.

Worauf bin ich dieses Jahr besonders stolz?

2020 habe ich mehr geschrieben als je zuvor. Ich habe mein Masterstudium erfolgreich abgeschlossen und ein wissenschaftliches Buchkapitel verfasst. Am stolzesten bin ich dieses Jahr aber auf meinen Mut zur Veränderung.

Und was war die größte Enttäuschung?

Die größte persönliche Enttäuschung aus 2020 hängt stark mit dem oben genannten Punkt zusammen. Der Start ins Arbeitsleben verlief einfach überhaupt nicht so, wie ich mir das erhofft hatte. Trotzdem bin ich jetzt, am Ende des Jahres, zufrieden damit, wie alles gekommen ist.

Was hat mich dieses Jahr glücklich gemacht?

Immer glücklich gemacht haben mich Telefonate und Spaziergänge mit Freundinnen und zu Anfang des Jahres auch Besuche hier und dort. Mit einer Freundin im See zu schwimmen, im Park zu sitzen oder klettern zu gehen. Meine Beziehung macht mich glücklich und unser Sommerurlaub war eine der schönsten und abenteuerlichsten Zeiten des Jahres.

Und was habe ich vermisst?

Ich bin ja wirklich kein Partygirl (mehr). Und meistens können mir Menschenmengen echt gestohlen bleiben. Aber wie gerne würde ich mich auf einem Konzert durch einen Moshpit schubsen lassen und einfach ein bisschen in der Menge tanzen? Ja, sehr, sehr gerne. Auch Treffen in größeren Gruppen sowie Solotrips und Hitchhike-Abenteuer blieben dieses Jahr leider aus.

Was hat mich so richtig genervt?

Richtig wütend machen mich noch immer die Menschen, die ihr persönliches Vergnügen sogar über das Leben anderer stellen und denen Fakten einfach völlig egal sind. Die Freiheit, grundsätzlich einer meiner höchsten Werte, hat dieses Jahr definitiv auch einen fahlen Beigeschmack bekommen.

Was habe ich neu entdeckt?

Ein paar Wochen lang habe ich Berlin entdeckt, Restaurants ausprobiert und Museen besucht. Eine liebe Mitbewohnerin hat mich noch mehr als zuvor für die indische Küche begeistert. Ich bin tiefer in den Feminismus „gerutscht“ (falls man das so sagen kann) und habe bei der ersten Hochzeit einer guten Freundin richtig weinen müssen. Auf meiner ersten Alpenwanderung war ich körperlich so angestrengt wie noch nie zuvor – und habe sie trotzdem sehr genossen.

Außerdem glaube ich, mit jedem Jahr besser auf meine Intuition zu hören und mehr zu meiner Meinung zu stehen. Ein eindeutiger Vorteil des Älterwerdens!

Natürlich hat die Corona-Krise dieses Jahr extrem geprägt. Alles in allem konnte ich aber auch in dieser Zeit schöne Momente erleben und wichtige Erfahrungen sammeln – und ich hoffe euch ging es ähnlich. Trotzdem möchte ich mir und euch vor Augen halten, dass es völlig okay ist, wenn 2020 nicht unser erfolgreichstes Jahr war. Wenn ihr nicht alle Punkte von der to do Liste abhaken konntet und öfter wütend und verzweifelt als einfach nur happy wart. Hey, wir haben es bis hierhin geschafft, und das ist schon verdammt viel wert.

Bildnachweis: Edgar Colomba via pexels.com

3 Gedanken zu „Der obligatorische Jahresrückblick auf 2020“

  1. Liebe Helen, happy new one und ein fröhliches Loslassen. Das klingt nach einem wirklich reichen Jahr, das Du hattest. Eine solide Basis um weiter zu machen…

    Ich freue mich, dass dieses Jahr Dich in mein Leben gebracht hat. Das war eine schöne Bereicherung. Alles Liebe und Gute, Sovely

    Gefällt 1 Person

    1. Liebe Sovely, dankeschön, ich wünsche dir auch ein tolles Jahr 2021 und freu mich sehr, dass wir uns letztes Jahr hier kennengelernt haben! 🙂 Ich bin total gespannt auf alles, was das neue Jahr bringt. Alles Liebe und Gute auch für dich!

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