Gedanken, Psyche

Stille Wasser und so.

Alle reden um mich herum. Alle sind laut, fröhlich, schlau und cool. Und ich bin gerne dabei, höre gerne zu. Aber ich sollte auch etwas sagen, denke ich. Etwas Schlaues und Cooles. Etwas das zeigt, hey, sie gehört dazu; sie ist kein Fremdkörper in dieser Gruppe, kein Eindringling. Meine Worte dürfen mich nicht enttarnen als jemanden, der sich nur als eine von ihnen ausgibt. Aber still zu bleiben ist ebenfalls keine Option. Schweigen ist nicht cool. Es wirkt nicht schlau. Also zerbreche ich mir den Kopf über schlaue und coole Phrasen. Ich habe eine Idee, ich verwerfe sie wieder. Nicht zu viel Angriffsfläche bieten, sich bloß nicht blamieren. Aber trotzdem etwas sagen, jetzt. Nur was?

Zu Grundschulzeiten war ich ein ziemlich vorlautes Kind, schnell gelangweilt und immer mit einem blöden Spruch auf den Lippen. Als Teenager war das anders. In großen Gruppen blieb ich lieber still, beobachtete und vermied es, Aufmerksamkeit zu erregen. Angestrengt nach Worten zu suchen und am Ende doch zu schweigen, diese Situation kenne ich nur zu gut.

Heute spreche ich liebend gerne mit fremden Menschen – auch, wenn ich generell viel Zeit für mich brauche. Doch im Mittelpunkt einer Gruppe zu stehen ist noch immer nicht meins. Ebensowenig wie spontan große Reden zu schwingen. Ich glaube, dass es vielen so geht wie mir – und dass wir deshalb leicht unterschätzt werden können. Doch unsere eher ruhige Art sagt absolut nichts über uns als Menschen aus. Nicht, dass wir keine Meinung haben und auch nicht, dass wir langweilig sind.

Für die Website Introvert, Dear habe ich zu diesem Thema einen Beitrag namens „Just because I’m quiet doesn’t mean I’m not a force to be reckoned with“ geschrieben. Enjoy. 🙂

Bildnachweis: Bri Schneiter via pexels.com

3 Gedanken zu „Stille Wasser und so.“

  1. Liebe Helen, auch ich kenn das mit dem Stillen Wasser, und auch ich war vor meiner Jugend anders.
    Mit dem Alter habe ich mein Frieden damit gefunden und finde es gut, gerne auch für mich in meiner Welt zu sein, ohne mich austauschen zu müssen… Wichtig ist, es für sich anzunehmen.

    Ich mag diesen Blogbeitrag, liebe Helen. Sende Dir herzliche Grüße, Sovely

    Gefällt 1 Person

    1. Liebe Sovely,
      schön von dir zu hören und sorry für die späte Antwort. Es hilft mir irgendwie zu hören, dass man Frieden findet, wenn man sich selbst so annimmt. 🙂 Ich glaube das ist mit vielen Eigenschaften so.
      Ganz liebe Grüße zurück,
      Helen

      Gefällt 1 Person

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