Reisen

Looking for an Adventure

Es gibt viele Dinge, vor denen ich Angst oder zumindest Respekt habe. Ich erinnere mich lebhaft an die Mountainbiketour, die ich vor einigen Jahren mit meinen Eltern auf Lanzarote gemacht habe. Zwischen riesigen Lavasteinbrocken irgendwelche Hänge runterzubrettern, fühlte sich für mich einfach nur nach Harakiri an. Ich hatte richtig Schiss, und das Schlimmste daran war, dass das Ganze meinen Eltern überhaupt nichts ausmachte.

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Nachhaltigkeit, Reisen

2 Wochen weniger auf Mallorca oder ein Einblick in ein minimalistischeres Leben

Während der letzten beiden Wochen habe ich (weitgehend) ohne Strom, WLAN und fließend Wasser gelebt. Und soviel vorweg: Ich hatte den entspanntesten Urlaub seit Langem.

Nachdem eine Freundin meines Freunds mit ihrem Partner nach Mallorca ausgewandert ist, um dort in kleinem Umfang ökologische Agrarwirtschaft und Tourismus zu betreiben, hatte ich die Insel als Urlaubsziel schon länger im Blick. Schwer zu leugnen, Mallorca weckt erstmal Gedanken an Eimersaufen und Schlagergegröle und ist zur Hochsaison normalerweise chronisch überlaufen. Aber neben einer (normalerweise) ausgeprägten Partyszene hat Mallorca hat auch steile Klippen, Höhlen, malerische Bergdörfer und türkisfarbenes Wasser in mehr oder weniger abgelegenen Buchten zu bieten. Auf einer Finca inmitten des Landes liefen wir auch nicht Gefahr, in der jetzigen Situation mit zu vielen anderen Touristen auf einem Haufen zu sitzen.

Als wir unseren Flug buchten, wussten mein Freund und ich, dass unsere Freunde noch auf eine Baugenehmigung warteten. „Kein Strom, kein Wasser“ war dennoch eine Überraschung für uns. Weiterlesen „2 Wochen weniger auf Mallorca oder ein Einblick in ein minimalistischeres Leben“

Reisen

Die Welt in meinem Auto

Heute möchte ich über etwas schreiben, über das ich auf den Blogs, denen ich so folge, noch nicht viel gelesen habe: Mitfahrgelegenheiten.
Das klingt erstmal ziemlich simpel. Klar, gute Sache, man kommt schneller an, es ist nicht teuer und im Optimalfall hat man ein bisschen Unterhaltung und weniger Autos, die die Straßen verstopfen. Mir gibt es aber noch ein bisschen mehr, mit den unterschiedlichsten Leuten quasi ein Stück meines Weges zu teilen.

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Reisen

Vegan in Berlin

Seit ich vegan lebe, tue ich ab und zu Dinge, an die ich vor diesem Lebenswandel (ich glaube das trifft es besser als „Ernährungsumstellung“) keinen Gedanken verschwendet hätte. Nicht nur versetzt mich der Gedanke an eine neue Eissorte oder ein neues veganes Restaurant in meiner Stadt mehr in Aufregung, als es jedes Essen der Welt früher vermochte. Nein, mittlerweile bin ich so weit, dass ich meine Reiseziele unter anderem nach dem veganen Essensangebot auswähle.
In dieser Hinsicht ist die deutsche Hauptstadt besonders sehenswert, weshalb mein Freund und ich, obwohl uns die sonstigen bekanntesten Sehenswürdigkeiten nicht mehr besonders lockten, Ende Oktober ein paar Tage in Berlin verbrachten. Das Ziel: So viele Restaurants testen wie möglich!

Eigentlich erst auf diese Idee gebracht hat uns die Eröffnung der Snackbar von Kochbuchautor Attila Hillmann in Charlottenburg. Direkt am ersten Abend wurden dort Burger und zahlreiche Nachspeisen getestet. Nach längerem Zögern entschied ich mich für einen griechisch angehauchten Burger mit Minzpesto, was ich sofort bereute, weil er leider wirklich ausschließlich nach Minze schmeckte. Der Thai-Burger von meinem Freund war deutlich leckerer, aber das Highlight war definitiv die Nutwave-Torte. Aus Forschungszwecken musste alles ausprobiert werden, daher bestellten wir Softeis, Schokomousse und besagtes Stück Torte.
Es war unfassbar lecker, aber auch so riesig und mächtig, dass wir es uns einpacken ließen und noch weitere drei Tage sprichwörtlich daran zu knabbern hatten. Alles in allem kehrten wir vollgestopft, aber ein wenig ernüchtert in unsere Wohnung zurück.

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Mein absoluter Favorit war das Sfizy Veg, für dessen Pizzen wir eine gute halbe Stunde durch die Kälte fuhren und liefen. Laut Internetseite ist der Laden die erste vegane Pizzeria in ganz Europa!
Zwei Wörter: hausgemachter Blauschimmelkäse. Mit Birnen, auf knusprigem Pizzateig. Die zweite Pizza war eine Capricciosa mit Cashewkäse,  ebenfalls ein Traum. Vielleicht lag es auch an der Erleichterung, nach dem langen Fußweg von der Bahnstation endlich im warmen, gemütlichen Restaurant anzukommen, aber jeder Bissen war wirklich fantastisch, und ich neige normalerweise nicht zu Übertreibungen oder emotionalen Ausbrüchen. Diese Pizza war solch einen Ausbruch aber allemal wert. 😀
Das Restaurant ist klein und originell eingerichtet, an den Wänden gibt es viel zu entdecken, was eine besondere Atmosphäre schafft. Aber viel wichtiger ist doch, dass es, wenn auch nur in einer kleinen Pizzeria am Rande von Berlin, veganen Käse gibt, der wirklich, wirklich gut schmeckt.

Dieses Bild wird dem Geschmack nicht ansatzweise gerecht.

Durch den strömenden Regen rannten wir zu Brammibal’s Donuts, das ganz oben auf meiner Liste stand. Tür auf, Haare aus dem Gesicht, erstmal Donutduft einatmen. Als die Brille nicht mehr ganz so beschlagen ist erstmal die Lage checken. Es ist brechend voll, kein Sitzplatz mehr zu haben. Irgendwie ist es auch leer, schlicht und modern halt, wenig Deko, nur ein paar Donutanstecker an der Kasse, zum Verkauf. Alles in allem ist es sehr Hipster, sehr Berlin, offensichtlich ein Ort, an dem so einige Instagramfotos entstehen.
Irgendwann werden zwei Plätze frei, die Hände werden wieder warm. Die Donuts schmecken lecker, fluffig und zuckrig, wie Donuts eben schmecken. Irgendwie fehlen im echten Leben aber die bunten Filter und die ach so inspirierenden Captions.
Note to myself: Kein Donut der Welt, sei er noch so bunt oder schokoladig, wird deinen aufgebauschten Instagramerwartungen gerecht.

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Ein leichtes Mittagessen gab es, auf Empfehlung von Zucker und Jagdwurst, bei Momo’s in Mitte: Dumplings mit vier verschiedenen Füllungen und drei Dips. Dort werden ausschließlich vegetarische und vegane Teigtäschchen, gedämpft oder gebraten, mit ein paar Beilagen wie Edamame serviert. Lecker, schönes und simples Konzept, auf jeden Fall ein guter Tipp für auch für Vielbeschäftigte, die einen schnellen, leichten Snack brauchen. Außerdem waren die Dumplings eine willkommene Abwechslung zum Burger-und-Eis-Rausch.

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gebratene und gedämpfte Dumplings

Einen weiteren Stopp legten wir beim vegetarischen Metzger ein. Zwar hatte ich mir darunter eher, naja, eben einen Metzgerladen mit Aufschnitt hinter der Theke vorgestellt, aber das süße Bistro, das es letztendlich war, hatte auch was. Der Typ hinter der Kasse verbreitete total gute Laune und die zahlreichen Plüschwürste trugen ihren Teil zur Atmosphäre bei. Dazu gab es leckeres veganes und vegetarisches Fast Food – für uns Shawarma und einen richtig guten Burger. (Der auch für die erste Berliner Burgerenttäuschung entschädigte…)
Das Highlight dieses Abends folgte jedoch später: Das Improvisationstheater vom Theatersport Berlin brachte mich so sehr zum Lachen wie schon lange zuvor nichts mehr. (Womit ich nicht sagen möchte, dass ich nie etwas zu Lachen habe. :D)

Am letzten Abend wollten wir nochmal wissen, was Berlin so an „Ungewöhnlicherem“ veganen Essen zu bieten hat. Dazu zog es uns nach Wedding ins tamilische Restaurant Naveena Path. Aus jedem Land, in das ich gereist bin, nehme ich grundsätzlich eine ab und zu wiederkehrende Sehnsucht nach der Landesküche mit und für Sri Lanka gilt das besonders stark.
Das Restaurant ist nicht vegetarisch oder vegan, aber auf der Karte gibt es zahlreiche vegane Gerichte und ab und zu wird sogar ein veganer Brunch veranstaltet. Ich bestellte ein Gericht, das ich sonst so noch nie gegessen hatte – Jackfruit Tikka. Ich finde es echt super, wenn Restaurants solche „Standardgerichte“ kreativ vegan abwandeln und wurde auch geschmacklich überhaupt nicht enttäuscht. Die Atmosphäre war lebhaft, aber trotzdem gemütlich und irgendwie einfach authentisch; nicht herausgeputzt, sondern von einer überzeugenden Einfachheit.

Alles in allem ist Berlin auf jeden Fall eine vegan-kulinarische Reise wert; je nach Belieben kann man sich fabelhaft mit Süßem und Fast-Food vollstopfen, Sterne-Küche genießen oder rohvegane Speisen und kaltgepresste Säfte zu sich nehmen. Für mich macht’s am Ende immer noch die Mischung. 🙂