Gedanken, Psyche

Gastbeitrag: Was fehlt

Ich binde mir die Schuhe, suche mir ein Paar Handschuhe, vielleicht setze ich noch eine Mütze auf und begebe mich raus in die Kälte. Laufen gehen ist in diesen Tagen eine der wenigen sinnvollen Beschäftigungen, der man abseits von Arbeit und Einkaufen außerhalb der Wohnung nachgehen kann. Ich laufe los, spüre die Kälte, bin fast schon in meinem üblichen Trott und denke über die Belanglosigkeit unserer Zeit nach, da höre ich wie Partymusik aus einem vorbeifahrenden Auto dröhnt. Und plötzlich wieder: Flashback!

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Gedanken

Der obligatorische Jahresrückblick auf 2020

Ich glaube so viel steht fest: 2020 lief anders als gedacht. Für viele Menschen war es ein hartes Jahr, ein Jahr voller Verluste. Für mich persönlich war das Jahr äußerst turbulent, auch, wenn ich glücklicherweise persönlich nicht allzu sehr unter der Pandemie zu leiden hatte. Nur die Südamerikareise – seit Jahren ein Traum von mir – die nach dem Studienabschluss endlich anstehen sollte, musste leider auf unbestimmte Zeit verschoben werden. Aber das war nicht das einzige, was anders lief als geplant. Dennoch hielt dieses Jahr viele schöne und besondere Momente für mich bereit – und auch ein paar Learnings.

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Gedanken

Lebensglück || Happiness In Life

Lebensglück

1. Genau hier und jetzt – bist Du glücklich in Deinem Leben?

Helen:

Wir können unser generelles Glückslevel anheben, wenn wir unsere Denkmuster verändern.

„Ich bin gesund und habe Menschen in meinem Leben, die sich um mich sorgen. Ich bin in einem sicheren Umfeld aufgewachsen, durfte lernen und entspannen. Ich habe ein schönes Zuhause und genügend Freizeit, Raum zur Entfaltung sowie Sicherheit in allen wichtigen Bereichen. Mein Leben bietet also verdammt viel Glückspotenzial, was ich wirklich zu schätzen weiß. Dementsprechend bin ich ziemlich glücklich. Grundsätzlich würde ich meinem Leben auf einer Glücksskala von 1 bis 10 wahrscheinlich eine 8 bis 8,5 geben. 

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Gedanken, Persönliches

Me vs. 40-Stunden-Woche

Seit knapp vier Wochen arbeite ich 40 Stunden in der Woche, Montag bis Freitag, so ziemlich 9 to 5. Und seit knapp vier Wochen habe ich es beim besten Willen nicht geschafft, regelmäßig einmal die Woche zu bloggen. Zufall? Wohl eher nicht.

Auch vorher habe ich nicht das klischeemäßige Student*innenleben – feiern bis um 4 und dann schlafen bis um 12, Vorlesung von 14 bis 16 Uhr – gelebt. Nicht ein Semester. Und ja, ich wurde vor dem Arbeitsleben gewarnt. Dass man müde sei nach der Arbeit wurde mir gesagt, und dass man zu nichts mehr komme. Das kann ich nur teilweise bestätigen. Meine Erfahrungen im Übergang zwischen Studium und Beruf habe ich euch hier zusammengeschrieben.

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Gedanken, Poesie

Druck

Unter Druck entstehen Diamanten und Glas zerspringt.

Druck im System. Druck als System. Auferlegt und dann reproduziert.

Vom Mensch an der Maschine zur menschlichen Maschine.

Die Feder ist aufgezogen und wir laufen. Von hier nach da, immer vorwärts, keine Schlenker vorgesehen. Vom Druck in der Spur gehalten. Scheuklappen auf und los geht die Reise.

Die Kreativität ächzt unter dem Gewicht der Gedanken. Sie wird erdrückt von Erwartungen.

Ein Leben im Takt. Monoton monochrom. Ein Streben nach Anerkennung. Nach Bestätigung, nach mehr. Nur ankommen wollen im Paradies, endlich ankommen.

Unterdrückte und unter Druck produzierte Emotionen. Leere Worte und volle Hände.

Wenn ich mich umblicke, sehe ich mehr Scherben als Edelsteine.

Gedanken, Psyche

Die Zeit vergeht immer schneller – was tun?

Weißt du noch, wie lange die Sommerferien waren, als du ein Kind warst? Wie unendlich sich die ersehnten sechs Wochen vor einem erstreckten? Weißt du noch, wie lange ein einzelner Nachmittag sein konnte? Wieviele Abenteuer innerhalb weniger Stunden erlebt werden konnten, wie viel Neues zu entdecken war?

Verglichen mit meiner Kindheit vergeht die Zeit mit Mitte zwanzig schon ziemlich schnell, wie ich finde. Mein Großvater – stolze 90 Jahre alt – bestätigte mir auf meine Nachfrage hin, dass die Zeit im Laufe des Lebens immer schneller zu vergehen scheint. Dass sie mit 70 noch schneller vergehe als mit 50 und mit 90 wiederum schneller als mit 70. Viele Menschen sind sich diesbezüglich einig: je älter wir werden, desto mehr rast die Zeit dahin. Obwohl diese Wahrnehmung natürlich subjektiv ist, wirkt ihre weite Verbreitung relativ beunruhigend. Schließlich ist Zeit eine der wichtigsten Ressourcen, die wir haben.

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Gedanken, Psyche

Dankbarkeit & Wundern

Dankbarkeit ist mittlerweile ein geflügeltes Wort, dessen Omnipräsenz schon mal zu Augenverdrehen führen kann. Das Empfinden von Dankbarkeit hat aber auch konkrete gesundheitliche Vorteile und kann beispielsweise die Schlafqualität verbessern. Letztens las ich in der Obdachlosenzeitung Karuna Kompass einen Artikel über dieses Thema, in dem die interviewte Person ihre drei Schritte für die Kultivierung von Dankbarkeit vorstellte: Anhalten und dir des Moments bewusst werden. Wundern. Achtsam weitergehen.

In den letzten Tagen habe ich ein wenig versucht, im Alltag innezuhalten und mir vor Augen zu führen, welche Wunder unser ganz normales Leben eigentlich beinhaltet. Das hat nicht nur unwahrscheinlich viel Spaß gemacht, sondern auch tatsächlich dazu geführt, dass ich Dinge, die mir zuvor nicht wirklich bedeutsam erschienen, zumindest für einen Moment aus einem anderen Blickwinkel betrachten konnte. Vielleicht willst du dich in nächster Zeit auch öfter mal fragen:

Ist es nicht total abgefahren, dass unser Körper in jeder Sekunde danach strebt, bestmöglich zu funktionieren und Wunden einfach heilt? Ist es nicht super cool, diese verrückten Körperteile zu haben, mit denen wir verschiedene Texturen fühlen, Gerüche und Geschmäcke wahrnehmen können? Ist es nicht faszinierend, wie einzigartig jeder von uns ist und dass wir uns ständig verändern können? Dass wir mit Hilfe unserer Fantasie an Orte reisen können, die es überhaupt nicht gibt?

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Gedanken, Psyche

Warum Grübeln wie ein Schaukelstuhl ist

Mein Gehirn möchte etwas zu tun haben. Und wenn es nichts zu tun gibt, dann bastelt es sich seine Aufgaben selbst. Zum Beispiel, indem es analysiert, was in Zukunft alles schiefgehen könnte oder was noch alles zu tun ist. Dabei handelt es sich natürlich um Dinge, die ich gerade in diesem Moment nicht erledigen kann, die völlig sinnlos in meinem Kopf ihre Runden drehen und dazu führen, dass ich vor lauter „ich hab so viel zu tun“ wie paralysiert bin. Dabei versinke ich immer tiefer in dieser Spirale, je mehr ich grüble, desto schneller drehen sich meine Gedanken und desto weniger fange ich tatsächlich an, die Dinge, die mich beschäftigen, anzugehen. Weiterlesen „Warum Grübeln wie ein Schaukelstuhl ist“

Gedanken, Psyche

Am I Being Realistic or Am I Killing Opportunities?

Ich würde mich als Realistin bezeichnen. Ich würde außerdem behaupten, eine gesunde Portion Skepsis gegenüber all zu unwahrscheinlichen Versprechungen und hohen Zielen zu besitzen. Nur frage ich mich mittlerweile manchmal, ob diese Skepsis wirklich so „gesund“ ist, oder ob sie mich und meine Träume kleiner hält als notwendig. Ob sie vielleicht ein Ergebnis meiner kindheitlichen Prägungen ist, von den Spatzen in der Hand, die gegenüber Tauben auf Dächern immer bevorzugt wurden. Weiterlesen „Am I Being Realistic or Am I Killing Opportunities?“

Gedanken, Psyche

Multitasking nervt

Eigentlich mache ich nicht gerne mehrere Dinge auf einmal. Trotzdem tue ich es andauernd: Ich putze Zähne und schaue Netflix, mache Sprachnachrichten, während ich einkaufen gehe, lese drei Bücher parallel. Ich checke minütlich meine Mails, während ich Sachen für die Uni erledige, weil ja immer etwas Wichtiges dabei sein könnte. Meine Gedanken sind ein buntes Wirrwarr aus to-dos und want-to-dos.  Ein Denkarium, in dem ich sie eine Zeit lang ablegen kann, ist mein größter Wunsch. Weiterlesen „Multitasking nervt“