Gedanken, Persönliches

Ein langgehegter Traum

Die Flut an Informationen, die aus verschiedenen Bildschirmen auf mich einströmt, deckt sich nicht mit meinem Empfinden. Viel passiert da draußen, aber ich sehe es nicht. Ich bin hier, in meinem Kokon, seit über einem Jahr. Vorsichtig dosierte Kontakte, vermehrte Rückzüge ins Elternhaus, freundliche Gesichter auf ebendiesen Bildschirmen. Die immer gleichen Wege. Alles gut, zum Glück, welch ein Privileg. Aber doch alles so wahnsinnig, wahnsinnig gedämpft.

Dabei bewege ich mich auch, bin in diesem halbherzigen Dauerlockdown bereits (zweimal) umgezogen. Und denke ehrlich gesagt schon wieder ans Weglaufen, aber weiß, dass mich woanders kaum mehr erwartet. Dass ich nicht mal wirklich angefangen habe, hier anzukommen. Also bleibe ich und warte ab. Vertreibe mir die Zeit mit Büchern, ein paar vagen Träumen und vor allem mit Arbeit.

Außerdem höre ich Musik, insbesondere spanischsprachige. Und die weckt weitere Träume, solche, die ich schon lange geträumt habe, eine Zeit lang unter Auswendiggelerntem und Alltagsproblemen verschüttet. Aber sie sind noch immer präsent, klopfen stetig an und monieren – zu recht – die unverschämte Missachtung.

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Gedanken

Für alle, die misstrauen und Misstrauen säen

Eigentlich bin ich der Meinung, dass genug über die jetzige Situation diskutiert wird. Eigentlich lese ich kaum Facebook-Kommentare, vor allem nicht solche, die bei denen ich am liebsten schreien möchte. Eigentlich möchte ich mich nicht aufregen, ruhig und gelassen bleiben.

Aber heute habe ich genug von sogenannten Freiheitskämpfern, truth bomb droppers, Aufgewachten. Von Menschen, die lieber Tode in Kauf nehmen als sich in irgendeiner Weise einzuschränken. Die hinter allem eine Verschwörung wittern, nichts und niemandem Glauben schenken. Weiterlesen „Für alle, die misstrauen und Misstrauen säen“

Gedanken

Auf ungelebte Momente

Während der letzten Monate habe ich mich in einem Leben eingerichtet, das sich kaum richtig entfaltet hat, bevor es schon wieder vorbei war. Aus einem Jahr in einer neuen Stadt, mit neuen Herausforderungen, Lieblingsorten und Freundschaften, wurde ein halbes. Ein halbes Jahr, eine überstürzte Verabschiedung in dem Moment, in dem ich richtig angekommen war. Ein halbes Jahr, die Hälfte der geplanten Erlebnisse und Erfahrungen, ein Jahr mit einem hässlichen Riss in der Mitte. Weiterlesen „Auf ungelebte Momente“

Gedanken, Psyche

Oktopus im Kopf

In meinem Kopf sitzt ein neugieriger Oktopus. Er greift nach allem, was ihm unter die Tentakel kommt, bleibt mit seinen Saugnäpfen an Dingen kleben; anderes rutscht ihm durch die zahlreichen Arme. Der Oktopus wabert mal zu einer Ecke meines Kopfes, mal zur anderen. Er ist unsicher, er inspiziert alles, was ihm in die Quere kommt, er tastet nach etwas Bekanntem, findet oft nicht, was er sucht. Weiterlesen „Oktopus im Kopf“

Gedanken, Psyche

Schlechte Zeiten für Kontrollfreaks

Mit Unwägbarkeiten umzugehen bin ich nicht wirklich gewohnt. Nicht, dass ich meinen Alltag akribisch durchorganisieren würde oder alles schon Monate im Voraus plane. Aber wenn ich mir etwas vornehme, gehe ich davon aus, dass es klappt. Da bin ich wahrscheinlich nicht die einzige. Nicht zu wissen, wie mein Leben in ein paar Monaten aussehen wird, macht mich ein wenig unruhig. Weiterlesen „Schlechte Zeiten für Kontrollfreaks“