Gedanken

Rückblick || Looking Back

Welches Fazit ziehst Du aus diesem Gemeinschaftsprojekt? Was ist dir besonders ins Auge gestochen, was hast du gelernt?

Nehmen wir irgendeine ältere Frau, die mit beiden Beinen im Leben steht und stellen daneben eine junge Frau, die sich am Anfang ihrer Reise befindet. Beide sind sich fremd. Auf der Straße wären sie stumm aneinander vorbei gegangen. Ein klarer Blick durch die andere Person hindurch bestätigt die Anonymität und die Selbstfokussierung der heutigen Gesellschaft… und doch ist es unermesslich bereichernd, wenn man sich tatsächlich begegnet und einen offenen Austausch wagt. Man spürt eine Verbindung und Abhängigkeit und lernt von seinem Gegenüber.

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Gedanken, Psyche

Hör einfach mal zu.

Gerade kommt alles zum Stillstand. Auch der Workshop zum Thema „happiness“, an dem ich heute teilnehmen wollte, wurde ersatzweise online durchgeführt, 18 Personen nahmen also an einem Zoom-Gespräch teil. Auch, wenn das Ganze den echten Austausch nicht zu hundert Prozent ersetzen konnte, konnte ich aus dem Workshop einiges mitnehmen.

Zum Beispiel ging es um das Thema „Mindful Communication“. Weiterlesen „Hör einfach mal zu.“

Gedanken, Rezensionen

Rezension: Starkes weiches Herz von Madeleine Alizadeh / Dariadaria

Zusammenfassung:

Madeleine Alizadeh – auch bekannt als Dariadaria – ist eine der bekanntesten Influencer*innen im deutschsprachigen Raum. Ja, ich weiß, ich mag das Wort „Influencer*in“ auch nicht und verbinde damit vor allem Personen, die ihren Followern den neusten Skinny Tea aufschwatzen. Jedoch stellt Alizadeh so viele verschiedene Projekte auf die Beine, dass es schwerfällt, ihr einen treffenden, nicht zu ausufernden Berufstitel zu geben; und nicht zuletzt beeinflusst sie durch ihren Einsatz für Menschen und Umwelt mich und viele andere. Weiterlesen „Rezension: Starkes weiches Herz von Madeleine Alizadeh / Dariadaria“

Gedanken, Psyche

Keine Zeit, Baby

Tausende Dinge, die wir gerne tun würden, ein Grund, sie nicht zu tun: keine Zeit.

Keine Zeit, um sich neben 40+-Stunden-Woche ehrenamtlich zu engagieren, ein neues Hobby anzufangen, die Großeltern zu besuchen oder den Keller auszumisten.
Irgendwie kommen wir mit der Zeit, die wir haben, gerade so über die Runden, sind da ja auch noch die zeitraubenden alltäglichen Kleinigkeiten, die erledigt werden müssen; außerdem die Pausen, die wir uns nehmen und auch nehmen müssen, um nicht durchzudrehen: die seltenen Abende auf dem Sofa, Sonntagnachmittage im Café. Davon, dass diese Pausen wichtig sind, bin ich überzeugt. Am Ende der Rechnung steht fest: das knappe Zeitkontingent ist aufgebraucht, mehr geht nicht.

Ist das so?

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Allgemein

Jurastudium – spannend oder staubtrocken?

Wie ich immer mal wieder bereits anklingen lassen habe, befinde ich mich gerade in der Vorbereitung für das erste juristische Staatsexamen. Dieser Sommer wird – so traurig es auch ist – vorrangig in der Bibliothek und am Schreibtisch verbracht werden, weil von Mai bis Ende August die entscheidenden Klausuren anstehen. Und auch damit ist es noch nicht getan, die mündliche Prüfung wird nämlich erst 5 Monate nach der letzten schriftlichen absolviert und so lange lassen auch die Ergebnisse auf sich warten. So richtig schön ist das nicht und schon seit einigen Monaten macht sich vermehrt Stress und teilweise auch etwas Panik breit.

Mit meinem Studium verbindet mich eine Hassliebe; oft genug habe ich schon an meiner Wahl gezweifelt, dann aber auch wieder Spaß am Schreiben und Argumentieren empfunden. Weil ich auf Listen stehe, gibt es hier meine persönlichen Vor- und Nachteile in Listenform. Für Fragen bin ich natürlich auch jederzeit offen. 🙂

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Gedanken, Psyche

Sonntagsdepression

„Wenn ich am Wochenende abends weggehe, bin ich am nächsten Tag immer so unglücklich, ich weiß auch nicht…“
– „Joa, Sonntagsdepression, ne?!“

Von dieser Symptomatik, die mir mit solcher Selbstverständlichkeit entgegengeschleudert wurde, hatte ich zuvor noch nie etwas gehört. Doch da ich auch bei Google zu dieser Wortschöpfung über 2.000 Ergebnisse fand, scheint das Problem bekannt und irgendwie weiter verbreitet zu sein, als gedacht. Sonntags ist man halt deprimiert. Das ist ja auch kein Wunder, schließlich geht es montags wieder zur ungeliebten Arbeitsstelle, in der Schule Zeit absitzen oder sich den Kopf mit unnützem Wissen vollhauen. Es besteht also Grund genug, in eine mittelschwere Depression zu verfallen.

Davon abgesehen, dass eine Depression nicht mit einem Tag voller schlechter Laune gleichzusetzen ist, finde ich dieses „Konzept“ der Deprimiertheit vor dem Beginn einer neuen Woche selbst und den gesellschaftlichen Konsens, der dazu besteht, ziemlich beängstigend. Natürlich ist es schön frei zu haben und nicht jeder hat das Glück, seinen Traumjob auszuüben, schon klar. Aber sich nur auf das kurzzeitige (berauschte) Verdrängen der Arbeitswoche zu freuen und sich ein ein Siebtel seiner Lebenszeit für’s deprimierte Rumliegen aufzuheben scheint mir für ein glückliches Leben nicht besonders förderlich.

Bei mir selbst tritt das Problem tatsächlich nur nach dem ein oder anderen Glas zu viel auf. Nach oberflächlichem Googeln stellt sich mir die Erklärung in etwa so dar: Alkohol besetzt die Plätze an den Rezeptoren im Gehirn, wo sonst die Botenstoffe Serotonin und Dopamin andocken. Dadurch kommt es zunächst zu einem Überschuss an diesen Botenstoffen im Gehirn. Mit dem Alkoholabbau werden vermehrt wieder Rezeptoren frei, die von den Botenstoffen besetzt werden, so tritt ein Mangel an diesen im Gehirn ein. Gut, das ergibt irgendwie Sinn.

Anscheinend ist die Sonntagsdepression aber nicht nur an den Kater nach der Partynacht geknüpft; generell blicken wir der nächsten Woche eher skeptisch entgegen. Montage sind wohl einfach nicht so toll. Oder ist es das Leben insgesamt nicht?
Ich denke eigentlich wissen wir alle, dass der Montag, der uns nun auch noch den Sonntag versaut, nicht besser oder schlechter ist als jeder andere Tag. Es kommt wie immer darauf an, was wir daraus machen. Vor allem ist es doch wirklich schade, sich auch die Zeit, in der man machen kann, was man möchte, noch mit Gedanken an die Arbeit zu vermiesen.

Mir selbst fällt das Abschalten nach einem langen Lerntag auch ziemlich schwer, umso wichtiger finde ich es, sich einen kompletten Tag Pause zu gönnen; einen Tag, an dem man sich Zeit für Dinge nimmt, die man gerne macht und möglichst keinen einzigen Gedanken an das verschwendet, was einen runterzieht. Das könnte ja der Sonntag sein, aber auch nur dann, wenn man sich keinen akuten Mangel an Glückshormonen angetrunken hat. Am schönsten ist es doch, gemütlich auszuschlafen und danach Energie für Unternehmungen zu haben, die über Netflix und Pizza bestellen hinausgehen.
Wenn der Unmut über den nahenden Montag trotzdem noch im Kopf umherschwirrt, könnte man sich für diesen Tag ja auch etwas Schönes vornehmen, auch, wenn es nur eine Kleinigkeit ist. Und für Dienstag und Mittwoch ebenso. Dann muss man sonntags zur Abwechslung mal weder wegen der samstäglichen Partynacht noch wegen des neuen Wochenbeginns deprimiert sein. 🙂

Gedanken, Psyche

17 Lektionen aus 2017

Ein Jahr, 365 Tage. Was von Natur aus selbstverständlich seinen Sinn hat, ist mit Blick auf ein Menschenleben eigentlich völlig willkürlich – wir entwickeln uns nicht linear, das wäre auch viel zu einfach. Unser Leben lässt sich nicht fein säuberlich in Abschnitte unterteilen. Und wir tun es trotzdem, mit großem Vergnügen sogar. Wozu sonst die ganzen Vorsätze und Resümees, die Blogs und Notizbücher zieren?

Auch ich liebe das: bewusst mit etwas Altem abschließen und etwas Neues beginnen; mit dem Bewusstsein, dass jetzt vielleicht nicht alles besser wird, aber dass ich mir Zeit zum Nachdenken genommen habe. Über die Vergangenheit und die Zukunft, über das, was ich gelernt habe und das, was ich erreichen will. „Zwischen den Jahren“ ein bisschen im luftleeren Raum seinen Gedanken nachhängen und eine Bestandsaufnahme machen. Was ist, was kann weg, was soll bleiben?

Auch meine 17 Lektionen passen nicht nahtlos in das Jahr 2017, ich glaube, dafür sind sie teilweise zu groß; teilweise sind sie aber auch furchtbar simpel. Es sind einfach Dinge, die mir (immer wieder) bewusst geworden sind und die ich gerne festhalten möchte, vielleicht auch, um im neuen Jahr weiter daran anzuknüpfen.

1. Etwas wegzugeben kann genauso viel Spaß machen, wie etwas zu erhalten. Etwas nicht zu brauchen, kann sehr erleichternd sein.
2. Es sind die Dinge, die man regelmäßig tut, die Veränderungen und Erfolge bringen, nicht die, die man einmal exzessiv ausübt. Stichwort: Gewohnheiten!
3. Sich einer Gruppe zuzuordnen ist gar nicht so erstrebenswert (bezogen auf Personen oder gewisse Eigenschaften); Menschen, die Überraschungen bereithalten, sind interessant.
4. Ein bisschen Gemütlichkeit macht in jeder Hinsicht sehr viel aus.
5. Du weißt oft nicht, was du hast, bis du es los bist. Das gilt auch für Negatives! Deshalb sollte man öfter mal innehalten und den Istzustand hinterfragen.
6. (Harmlose) Verhaltensmuster in anderen zu akzeptieren, auch, wenn man sie nicht verstehen kann, bringt innere Ruhe.
7. Ohne genug Schlaf geht einfach nichts.
8. Ohne ein bisschen Aufregung und ein paar Abenteuer hier und da aber auch nicht.
9. Meine Mutter hatte recht (obwohl ich mich als Kind oft gesträubt habe): Täglich 30 Minuten an der frischen Luft müssen sein.
10. Konzentriere dich auf das, was dich glücklich macht. Ein gutes Indiz ist die Tatsache, dass du es schon als Kind gerne gemacht hast.
11. Immer, immer, immer direkt aufräumen. 😀
12. Nervige Wartepausen lassen sich gut zum Durchatmen nutzen. Mehr im Moment zu leben verlängert übrigens das Leben, auf jeden Fall zumindest gefühlt.
13. Unbekanntem sollte man eine faire Chance geben. Oft ist man sich seiner Vorurteile gar nicht so bewusst.
14. Zweimal pro Woche Haare waschen reicht locker aus (und die Haare werden nicht so stark geschädigt).
15. Streit über Whatsapp auszutragen ist noch blöder, als das von Angesicht zu Angesicht zu tun.
16. Gute Laune ist so, so ansteckend, selbst wenn sie zuerst nur gespielt ist. Spread that sh*t like peanut butter. 😀
17. Stress hat viel mit der eigenen inneren Einstellung zu tun. In der gleichen Situation können zwei Menschen völlig gelassen oder völlig gestresst sein. Das Gute, auch wenn du  (wie ich) eher letzterer bist: es lässt sich daran arbeiten.

Allgemein

September Loves

Gegessen

Ganz viel Eis
als einer meiner Favoriten für den September, wirklich? Ja! Die Tage werden kürzer, es wird merklich kühler… das ist die letzte Chance, bevor die Eisdielen schließen noch ein paar (vegane) Eisbecher zu verdrücken!
In Köln ist für mich der Snickers-Becher bei Signor Verde ungeschlagene Spitze, dicht gefolgt vom Schokosorbet bei der Eisdielerin. Dazu gibt es Waffeln mit Frucht- oder Schokoladenteig und verschiedenen Toppings.
Das beste Eis, das ich diesen Monat gegessen habe, gab es aber definitiv bei Ballabeni in München. Gute Nachrichten, die Filiale in der Maxvorstadt bleibt wohl den ganzen Winter lang geöffnet.
Außerdem wurde bei uns eine Eismaschine angeschafft, die in nicht mal zehn Minuten beispielsweise aus Kokosmilch und Erdnussmus leckeres und günstiges Eis zaubert. Nur mit dem Wiedereinfrieren hat es bisher nicht so gut geklappt.

Kürbisse und Feigen
Jetzt ist wieder Kürbissaison, was ich total super finde, weil Kürbisgerichte einfach so günstig und variantenreich sind. Kürbissuppe, Ofenkürbis, Kürbiscurry, Spaghettikürbis Carbonara oder das weltbeste Risotto mit Kürbis und und Pilzen… die Liste könnte ich ich lange fortführen.
Feigen schmecken sehr lecker einfach im Müsli, im Salat oder auf Flammkuchen oder Ähnlichem. Auch als Snack sind sie natürlich total praktisch.

Getragen

Meinen dicken Strickpullover, den ich auf dem Flohmarkt erstanden habe, habe ich diesen Monat kaum ausgezogen. Ich habe ihn zu Hause (wo momentan noch Heizkosten gespart werden), in der Uni, immer, wenn mir nicht nach einer Jacke war und auch ansonsten zu jeder erdenklichen Zeit getragen.
Mit dem Herbstwetter setzt bei mir auch eine allgemeine Unlust bezüglich des Tragens von Hosen ein. Zum Glück gibt es so viele gemütliche Kleider und Röcke, die man jetzt wieder mit dicken Strumpfhosen kombinieren kann. Generell ist Herbstmode einfach wunderschön und kann schick und trotzdem gemütlich sein. (Oder auch nur gemütlich, das ist auch okay!) Auf Flohmärkten gibt es passend zur neuen Saison jetzt wieder richtig viel zu entdecken.

Gelesen

Seit Monaten habe ist das Happiness-Projekt von Gretchen Rubin immer wieder vor meiner Nase aufgetaucht. Da ich bei Büchern leider ziemlich geizig bin, habe ich es mir erst jetzt, als ich es für 3 Euro in einem Oxfam-Shop entdeckt habe, zugelegt.
Trotz offensichtlicher Unterschiede habe ich mich sehr stark mit der Autorin identifizieren können. Wenn auch du dich im Großen und Ganzen nicht beklagen kannst, aber oft das Gefühl hast, dass noch etwas fehlt, dann ist das dein Buch. Es ist praktisch und motivierend geschrieben und voller Weisheit. Es bringt dich dazu, dein Schicksal selbst in die Hand zu nehmen und dein eigenes Happiness-Projekt zu starten. (Was ich auf jeden Fall auch tun werde!)
Eines der wichtigsten Learnings daraus war für mich, dass es in Ordnung ist, die eigenen Interessen zu leben und einfach man selbst zu sein. Egal ob du auf Schlager, Gartenarbeit oder Fantasyromane stehst und ob du Clubs, Kochen oder Mode hasst, mach dein Ding und lass dich nicht beirren. Jeder hat ein paar Dinge, von denen er denkt, dass er sie mögen und verfolgen sollte. Diese außen vor zu lassen gibt dir mehr Zeit, um dich auf die Dinge zu konzentrieren, die dich wirklich glücklich machen.

Gemacht

Spazierengehen und dabei lernen
Klingt das nicht total spaßig? Wer nicht lernen muss, dem sei auch ein Herbstspaziergang ohne Karteikarten gegönnt, aber ich kann mich beim Umherspazieren sehr gut auf das Gelernte konzentrieren. Besonders gut funktioniert das Ganze mit umfangreicheren Schemata etc., die man in Gedanken durchgeht.
Eventuell kann man bestimmte Problematiken sogar mit Orten verknüpfen und die Strecke später im Kopf erneut ablaufen. Achtung, man könnte dabei etwas neben der Spur wirken und sollte sich unbedingt auch auf den Verkehr konzentrieren. 😀
Wie erfolgreich die Lernspaziergänge im Winter sein werden und ob Handschuhe da nicht eher hinderlich sind, muss noch erprobt werden, momentan ist dafür auf jeden Fall die optimale Zeit.

Ansonsten habe ich nach längerer Pause wieder mit dem Bouldern angefangen und zum ersten Mal (wenn auch nur tagsüber und nicht lange) das Oktoberfest in München besucht.

Gedacht

Ein großes Thema des letzten Monats war natürlich die Bundestagswahl.
Unter anderem dank Köln spricht, einer monatlichen Diskussions- und Vortragsrunde (das beschreibt es auch nur so semi-gut, einfach vorbeischauen! :D), habe ich mich dieses Mal tiefergehender mit den Inhalten der Parteien befasst als bei meiner „ersten Bundestagswahl“. Auch das Wahlergebnis stimmt mich in Bezug auf unsere Zukunft, die mir jetzt, was natürlich auch an meinem gesteigerten Bewusstsein und meinem Alter liegt, nicht mehr so gesichert und sorgenfrei wirkt, nachdenklich. Da gedanklich dranzubleiben und sich auf dem neusten Stand zu halten ist auf jeden Fall notwendig.