Gedanken, Psyche

Die Planer und die Planlosen

Kannst du die Frage, wo du dich in fünf oder zehn Jahren siehst, beantworten? Weißt du genau, wo du hinwillst und verfolgst dieses Ziel mit Leidenschaft? Herzlichen Glückwunsch! Oder eher herzliches Beileid?

Ich glaube es gibt, vereinfacht gesagt, zwei Arten von Menschen: die, die ihre Zukunft planen und die, die alles auf sich zukommen lassen. Erstere stecken sich Ziele: sie möchten erfolgreiche Autor*innen oder Anwält*innen werden, sich selbstständig machen, auswandern oder eine Familie gründen. Vielleicht auch alles auf einmal, hey, warum nicht. Letztere können sich nicht festlegen oder wissen einfach noch nicht, wohin das Leben sie führt. Sie lassen sich Zeit und sie lassen sich treiben. Es wird sich schon alles ergeben.

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Gedanken

Prost, Menschheit || Cheers, Humanity

Cheers, Humanity

12. Was wünschst Du Dir für die Menschheit?

Sovely von www.MurmelMeister.com:

„Zufriedenheit, Erkenntnis, Selbsterhaltung, Respekt allen Leben und unserem Lebensraum gegenüber, viel Geduld, große Ressourcen, um die Weiterentwicklung voranzubringen, Toleranz, Ausgewogenheit, Liebe…“ 

Helen:

„Ich wünsche mir sehr, dass wir uns gegenseitig den Respekt entgegenbringen, den wir uns auch von Anderen erwarten. Ich wünsche mir, dass wir weniger hassen, uns nicht weiter gegeneinander aufhetzen lassen. Dass wir uns unsere Fehler und unser Unwissen eingestehen, unseren Stolz auch mal vergessen. 

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Gedanken, Psyche

Wir sind nicht neutral.

Zurzeit schreibe ich meine Masterarbeit über ein Thema im Bereich der Frauenrechte. Dabei fragte ich mich letztens, wie neutral Wissenschaft wirklich sein kann. Beispielsweise fand ich einige Artikel, die die Diskriminierung von Frauen in einem bestimmten Bereich mithilfe wissenschaftlicher Methoden widerlegten. Wiederum andere zogen diese Studien in Zweifel. Für mich war der Fall klar: wer keine Diskriminierung sehen will, der findet Wege, das Gegenteil zu beweisen. Nur war ich in der Diskussion wohl auch nicht völlig neutral.

Das führte mich zu der Frage, ob wir Menschen überhaupt neutral und objektiv sein können. Weiterlesen „Wir sind nicht neutral.“

Gedanken, Psyche

Neugier und Ignoranz

Sovely vom Blog MurmelMeister hat mich mit ihrem Beitrag NEXT zum Nachdenken über uns Menschen angeregt. Dabei fand ich mehr Fragen als Antworten…
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Bleibst du manchmal stehen und betrachtest das, was um dich herum geschieht, wie mit Kinderaugen? Fragst du dich manchmal auch, was wir da eigentlich treiben, wir Menschen mit unseren Nachbarschaftsstreitigkeiten, unserem Hang zum Konsum und unserer unbegrenzten Fähigkeit zu lieben? Was uns antreibt?

Ist es Optimismus oder Wahnsinn? Sind wir genetisch darauf gepolt, überleben zu wollen, komme was wolle? Was macht uns zu solch narzisstischen Meistern der Ignoranz und zugleich zu neugierigen Empathen? Weiterlesen „Neugier und Ignoranz“

Gedanken, Psyche

Grau ist voll mein Ding

Grau ist nicht gerade die beliebteste aller Farben. Grau liegt zwischen Unwetter und Sonnenschein, zwischen Tag und Nacht. Grau setzt kein Statement, es ist unscheinbar, vielleicht sogar langweilig. Grau erntet keinen Applaus, höchstens ein müdes Nicken, schweigende Akzeptanz.

Lange Zeit war grau nicht so mein Ding. Ich tat Dinge ganz oder gar nicht; wenn überhaupt, dann akribisch, perfektionistisch. Nicht nur dabei sein, um das Spiel zu genießen; teilnehmen, nur um zu gewinnen, oder eben nicht. Der Weg nicht das Ziel, sondern – das Ziel eben als Ziel. Und dahinter ein neues Ziel. Weiterlesen „Grau ist voll mein Ding“

Gedanken, Psyche

Introversion? oder …bis du es verloren hast

Bis vor Kurzem dachte ich, ich wäre introvertiert. Ich habe immer etwas Zeit für mich gebraucht und war nie die, in der Gruppe am lautesten lacht oder alle mit ihren Geschichten unterhält. Ich genieße es, mir selber etwas Schönes zu kochen oder morgens im Bett zu lesen, in Gedanken versunken über’s Feld zu laufen. Ich liebe es, alleine zu reisen.

In letzter Zeit habe ich jedoch gemerkt: Ich bin gerne unter Leuten, wenn es die richtigen Leute sind. Wenn ich auftauen und ich selbst sein kann, wenn man mich versteht, meine Freuden und Ängste teilt, meine Interessen nicht seltsam und meine Kritik nicht unangebracht findet. Lange waren es oft nicht die richtigen Leute. Kennst du das Gefühl, unter Menschen zu sein und trotzdem furchtbar einsam? Es ist seltsam, denn eigentlich habe ich mich selbst immer für meine Flexibilität gepriesen. Ich komme mit jedem gut klar. Aber manchmal ist es einfach anstrengend. Und manchmal ist es so leicht.
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Gedanken, Psyche

Keine Zeit, Baby

Tausende Dinge, die wir gerne tun würden, ein Grund, sie nicht zu tun: keine Zeit.

Keine Zeit, um sich neben 40+-Stunden-Woche ehrenamtlich zu engagieren, ein neues Hobby anzufangen, die Großeltern zu besuchen oder den Keller auszumisten.
Irgendwie kommen wir mit der Zeit, die wir haben, gerade so über die Runden, sind da ja auch noch die zeitraubenden alltäglichen Kleinigkeiten, die erledigt werden müssen; außerdem die Pausen, die wir uns nehmen und auch nehmen müssen, um nicht durchzudrehen: die seltenen Abende auf dem Sofa, Sonntagnachmittage im Café. Davon, dass diese Pausen wichtig sind, bin ich überzeugt. Am Ende der Rechnung steht fest: das knappe Zeitkontingent ist aufgebraucht, mehr geht nicht.

Ist das so?

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Gedanken, Psyche

Weltschmerz

Manchmal schlägt er zu, wie mit eiserner Faust, direkt in den Magen. Er gibt mir das Gefühl von Ohnmacht, von Bedeutungslosigkeit. Ich bin alleine mit ihm, er schließt mich ein und alle anderen Menschen aus. Die Menschen, die Tag für Tag die Straßen auf und ablaufen, immer in Eile, auf dem Weg zu ihrem Arbeitsplatz, zu lästigen Terminen und den kleinen Freuden. Sie machen sich Gedanken um das Wetter, die neuen Nachbarn, ihren Hund und das peinliche Ereignis von vor drei Wochen. Sie kaufen einen Kaffee to go, checken ihr Smartphone und plaudern, tratschen und diskutieren miteinander. Irgendwie sind sie mittendrin. Und ich bin raus, für einen Moment.

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Gedanken, Psyche

Das stille Glück

1. Das Meer
Schon von Weitem nimmst du es wahr, seinen Duft, seine Präsenz. Es liegt vor dir, ruhig und aufbrausend zu gleich und unendlich weit. Es existiert schon länger, als du begreifen kannst und erfindet sich jede Sekunde neu. Der feine Sand brennt unter deinen Füßen und lässt dich schneller laufen, immer weiter darauf zu. Du bist frei, so frei, du hast nichts Besseres zu tun; was könnte es auch Besseres geben? Die salzige Luft durchströmt dich und endlich bist du da. Du gibst dich ihm hin, es begrüßt dich rau und  umspült dich schließlich mit kühler Gelassenheit. Du lässt dich von ihm tragen, nimmst es mit allen deinen Sinnen wahr. Du tauchst unter, streckst dich, spürst jede Zelle deines Körpers. Du trägst das Salz auf deiner Haut nach Hause, ein stilles Andenken.

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