Gedanken, Psyche

Grau ist voll mein Ding

Grau ist nicht gerade die beliebteste aller Farben. Grau liegt zwischen Unwetter und Sonnenschein, zwischen Tag und Nacht. Grau setzt kein Statement, es ist unscheinbar, vielleicht sogar langweilig. Grau erntet keinen Applaus, höchstens ein müdes Nicken, schweigende Akzeptanz.

Lange Zeit war grau nicht so mein Ding. Ich tat Dinge ganz oder gar nicht; wenn überhaupt, dann akribisch, perfektionistisch. Nicht nur dabei sein, um das Spiel zu genießen; teilnehmen, nur um zu gewinnen, oder eben nicht. Der Weg nicht das Ziel, sondern – das Ziel eben als Ziel. Und dahinter ein neues Ziel. Weiterlesen „Grau ist voll mein Ding“

Gedanken, Psyche

Oktopus im Kopf

In meinem Kopf sitzt ein neugieriger Oktopus. Er greift nach allem, was ihm unter die Tentakel kommt, bleibt mit seinen Saugnäpfen an Dingen kleben; anderes rutscht ihm durch die zahlreichen Arme. Der Oktopus wabert mal zu einer Ecke meines Kopfes, mal zur anderen. Er ist unsicher, er inspiziert alles, was ihm in die Quere kommt, er tastet nach etwas Bekanntem, findet oft nicht, was er sucht. Weiterlesen „Oktopus im Kopf“

Gedanken, Psyche

Introversion? oder …bis du es verloren hast

Bis vor Kurzem dachte ich, ich wäre introvertiert. Ich habe immer etwas Zeit für mich gebraucht und war nie die, in der Gruppe am lautesten lacht oder alle mit ihren Geschichten unterhält. Ich genieße es, mir selber etwas Schönes zu kochen oder morgens im Bett zu lesen, in Gedanken versunken über’s Feld zu laufen. Ich liebe es, alleine zu reisen.

In letzter Zeit habe ich jedoch gemerkt: Ich bin gerne unter Leuten, wenn es die richtigen Leute sind. Wenn ich auftauen und ich selbst sein kann, wenn man mich versteht, meine Freuden und Ängste teilt, meine Interessen nicht seltsam und meine Kritik nicht unangebracht findet. Lange waren es oft nicht die richtigen Leute. Kennst du das Gefühl, unter Menschen zu sein und trotzdem furchtbar einsam? Es ist seltsam, denn eigentlich habe ich mich selbst immer für meine Flexibilität gepriesen. Ich komme mit jedem gut klar. Aber manchmal ist es einfach anstrengend. Und manchmal ist es so leicht.
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Gedanken, Psyche

Bist du ein Scanner?

Zu Schulzeiten war ich mir sicher, dass ich mit 25 genau wissen würde, wohin mein beruflicher Weg mich führt. Ich dachte, dass ich, nachdem ich ein wenig Arbeitserfahrung gesammelt habe, einfach wissen würde: Das ist es. Das will ich für den Rest meines Lebens machen, das ist genau mein Ding.
Mittlerweile habe ich realisiert, dass die Idee, einen einzigen Job für den Rest seines Lebens zu haben wohl nicht mehr so zeitgemäß ist. Aber dennoch weiß ich im Moment nicht einmal, was ich in den nächsten Jahren machen möchte. Es fällt mir einfach schwer mich zu entscheiden. Nun weiß ich, dass es heutzutage mehr verschiedene Jobmöglichkeiten denn je gibt, was die Situation nicht gerade einfacher macht. Aber scheinbar ist das nicht mein einziges Problem. Weiterlesen „Bist du ein Scanner?“

Gedanken, Psyche

Für die Würdigung seltsamer „Talente“

Ich bin ehrgeizig, begeisterungsfähig und arbeite gerne im Team. Wer hat das alles schon mal in einem Bewerbungsschreiben erwähnt? Dabei haben wir alle doch unsere einzigartigen „Talente“ und positiven Eigenschaften, von denen die Human-Resources-Abteilung des zukünftigen Arbeitgebers wahrscheinlich gar nichts wissen möchte. Deshalb habe ich meine nicht-Bewerbungsschreiben-würdigen aber dennoch ziemlich großartigen „Talente“ hier für euch aufgelistet. Weiterlesen „Für die Würdigung seltsamer „Talente““

Gedanken, Psyche

Kleine Veränderungen für weniger (Lern-)Stress und mehr Gesundheit

Die Jahre 2017 bis 2019 haben mich mental ziemlich gefordert. Schon dieses Statement zu machen fällt mir schwer, schließlich geht es mir insgesamt wirklich sehr gut und meine Sorgen mögen anderen lächerlich erscheinen. Aber es ist, wie es ist; wir haben alle unterschiedliche Belastungsgrenzen und gehen unterschiedlich (gut) mit Stress um. Weiterlesen „Kleine Veränderungen für weniger (Lern-)Stress und mehr Gesundheit“

Gedanken

Am I a writer?

In meiner von Film und Literatur geprägten Vorstellung sind Künstler*innen Menschen mit einer brennenden, unstillbaren Leidenschaft. Menschen, die nächtelang wach bleiben, vergessen zu essen, sich völlig von der Außenwelt abkapseln, um dieser Leidenschaft nachzugehen. Deren Lebenssinn darin besteht, zu erschaffen; auf dem schmalen Grat zwischen Genie und Wahnsinn balancierend. Die, die Kunst atmen, Kunst ausstrahlen, sich mit Kunst umgeben, Kunst sind. Deren Leben ohne ihre Leidenschaft sinnlos und grau ist.

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Gedanken, Psyche

Wenn du es sowieso machst, hab wenigstens Spaß dabei

Viele Dinge tun wir nicht, weil wir es unbedingt wollen, sondern aus einer bestimmten Notwendigkeit heraus. Putzen, lernen, Treffen und Veranstaltungen, auf die wir eigentlich keine Lust haben, alles irgendwie nicht das Ende der Welt, aber nervig genug, um einem die Laune zu verderben.
In meinem Fall war es ein Halbmarathon in Madrid (also etwas, was ich mir zu hundert Prozent selbst ausgesucht hatte), der zeitlich so vorverlegt wurde, dass mir davor nicht ausreichend Schlaf blieb. Außerdem hatte ich kaum trainiert und mittlerweile eingesehen, dass ich aus gesundheitlichen Gründen sportlich ein bisschen kürzer treten muss, aber das ist ein anderes Thema. Auf jeden Fall war ich alles andere als begeistert von der Idee, am frühen Morgen 21 Kilometer durch die Sonne Spaniens zu laufen und hatte das Gefühl, dass mir das Ganze nicht besonders guttun würde.

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Gedanken, Psyche

etwas Sinnvolles tun.

Die letzten Wochen und Monate war ich sehr produktiv.

Auch, wenn dieser Blog das nicht vermuten lässt, habe ich viel „geschafft“: Ich habe mein erstes juristisches Staatsexamen mit Prädikat bestanden, drei weitere Klausuren geschrieben, ich war regelmäßig laufen, um für meinen ersten Marathon zu trainieren und habe nebenbei in einer Boulderhalle gearbeitet. Ich habe jeden Tag frisch gekocht, habe Wäsche gewaschen, gestaubsaugt, aufgeräumt, was im Haushalt eben so anfällt. Ich habe mir auch am Wochenende keinen Tag freigenommen. Klar habe ich auch mal prokrastiniert, aber wenn ich etwas tat, außer zu lernen, musste schon etwas Sinnvolles sein, etwas, was ich erledigte. Ein Punkt auf der to-do-Liste, der abgehakt werden konnte.
Wenn zwischendurch Zeit für Treffen mit Freunden oder Ähnliches war, dann immer mit dem Gedanken im Hinterkopf, dass ich aber gleich weiterlernen müsse, dass meine Zeit begrenzt sei. So richtig frei fühlte ich mich nicht.

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