Gedanken, Gesellschaft

internalisierter Kapitalismus, Baby

Ich bin gerne produktiv. Aufgaben abzuhaken gibt mir ein unglaublich positives Gefühl. Ich mag es, fleißig zu sein, möchte alles möglichst gut erledigen und arbeite eigentlich immer an irgendeinem größeren oder kleineren Projekt.

Aber ab und an fällt es mir schwer, zu pausieren, auch, wenn ich gerne möchte. Und ich weiß, dass ich da nicht die Einzige bin. Dass auch andere Menschen sich schon mal einen leichten Infekt herbeigewünscht haben, um endlich einen Grund zum Ausruhen zu haben. Manchmal frage ich mich, warum mir das Abschalten und Nichtstun so schwer fällt. Ist das einfach meine Art? Oder sind es die äußeren Umstände, die mich so umtriebig machen? Möchte ich gerade arbeiten? Oder habe ich nur das Gefühl, dass ich es tun muss – für den Lebenslauf, gegen das schlechte Gewissen?

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Gedanken, Psyche

Multitasking nervt

Eigentlich mache ich nicht gerne mehrere Dinge auf einmal. Trotzdem tue ich es andauernd: Ich putze Zähne und schaue Netflix, mache Sprachnachrichten, während ich einkaufen gehe, lese drei Bücher parallel. Ich checke minütlich meine Mails, während ich Sachen für die Uni erledige, weil ja immer etwas Wichtiges dabei sein könnte. Meine Gedanken sind ein buntes Wirrwarr aus to-dos und want-to-dos.  Ein Denkarium, in dem ich sie eine Zeit lang ablegen kann, ist mein größter Wunsch. Weiterlesen „Multitasking nervt“

Gedanken, Psyche

Kleine Veränderungen für weniger (Lern-)Stress und mehr Gesundheit

Die Jahre 2017 bis 2019 haben mich mental ziemlich gefordert. Schon dieses Statement zu machen fällt mir schwer, schließlich geht es mir insgesamt wirklich sehr gut und meine Sorgen mögen anderen lächerlich erscheinen. Aber es ist, wie es ist; wir haben alle unterschiedliche Belastungsgrenzen und gehen unterschiedlich (gut) mit Stress um. Weiterlesen „Kleine Veränderungen für weniger (Lern-)Stress und mehr Gesundheit“

Gedanken, Psyche

etwas Sinnvolles tun.

Die letzten Wochen und Monate war ich sehr produktiv.

Auch, wenn dieser Blog das nicht vermuten lässt, habe ich viel „geschafft“: Ich habe mein erstes juristisches Staatsexamen mit Prädikat bestanden, drei weitere Klausuren geschrieben, ich war regelmäßig laufen, um für meinen ersten Marathon zu trainieren und habe nebenbei in einer Boulderhalle gearbeitet. Ich habe jeden Tag frisch gekocht, habe Wäsche gewaschen, gestaubsaugt, aufgeräumt, was im Haushalt eben so anfällt. Ich habe mir auch am Wochenende keinen Tag freigenommen. Klar habe ich auch mal prokrastiniert, aber wenn ich etwas tat, außer zu lernen, musste schon etwas Sinnvolles sein, etwas, was ich erledigte. Ein Punkt auf der to-do-Liste, der abgehakt werden konnte.
Wenn zwischendurch Zeit für Treffen mit Freunden oder Ähnliches war, dann immer mit dem Gedanken im Hinterkopf, dass ich aber gleich weiterlernen müsse, dass meine Zeit begrenzt sei. So richtig frei fühlte ich mich nicht.

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