Gedanken, Psyche

Über die kleinen Dinge

Dass es die kleinen Dinge sind, die glücklich machen, dieser Satz wird uns so oft um die Ohren geworfen, dass er bisweilen nur noch Augenverdrehen hervorruft.
Obwohl ich ihm doch viel Wahres zugestehe, will ich nicht über diese kleinen Dinge schreiben. Vielmehr schwirren in letzter Zeit die anderen kleinen Dinge in meinem Kopf herum, die, die sogar eher lästig sein können und für die wir so oft „keine Zeit“ haben, weil wir mit größeren Dingen beschäftigt sind.

Es sind die Gewohnheiten, die den Erfolg bringen und uns zu dem machen, was wir sind, so oder so ähnlich habe ich es oft gehört. Und, auch, wenn es nervig und anstrengend sein kann, es ist wahr. Wie wahr, das habe ich erst vor Kurzem begriffen.

Wie oft hast du beschlossen, von nun an mehr Sport zu machen, warst zwei Wochen lang im Fitnessstudio und hast dann alles hingeworfen? Wie oft hast du so lange nicht aufgeräumt oder das Lernen aufgeschoben, bis sich ein unbezwingbarer Berg von Aufgaben angesammelt hat? Wie oft hast du beschlossen eine Sprache zu lernen und mehr zu lesen, zu zeichnen immer und ausnahmslos gesund zu essen und deine Familie öfter zu besuchen? Ich habe einige dieser Dinge schon verdammt oft so umsetzen wollen, nur um am Ende an meiner eigenen Faulheit zu scheitern.

Aber alles, was gut ist, braucht Zeit, Fähigkeiten brauchen Zeit, um sich zu entwickeln, Gewohnheiten schleichen sich langsam in den Alltag. Deshalb nimm dir ein bisschen Zeit, vielleicht weniger, als du realistisch aufwenden kannst, um die Aufgabe zu erledigen. Wenn die ersten Tage und Wochen vergangen sind wird sich dein Tun selbstverständlich anfühlen. Und plötzlich ist die Zeit dafür da und es ist alles gar nicht so schlimm wie erwartet.

Oft wollen wir einfach von Anfang an alles können und bedenken nicht, dass es auch den Besten in seiner Disziplin in 99% der Fälle viel Zeit gekostet hat, um an sein Ziel zu kommen. Wir sind besessen von der Idee, perfekt zu sein und verlieren den Spaß am Lernen und Fehler machen.

Ein paar leicht umsetzbare Beispiele dazu:
– räume jeden Morgen oder Abend 10 Minuten lang deine Wohnung auf
– nimm dir fest vor, zweimal die Woche zum Sport zu gehen
– rufe einmal pro Woche deine Freundin/deine Familie/jemanden, an den du denkst, an
– iss 5 Portionen Obst und Gemüse pro Tag, danach auch gerne etwas Schokolade
– lies jeden Morgen oder Abend ein paar Seiten
– deaktiviere Funktionen, die dich an deinem Handy nerven, sofort und melde dich sofort von sinnlosen Newslettern ab
– lerne jeden Tag fünf neue Vokabeln

Natürlich gibt es Tage, an denen man wirklich keine Zeit findet, vielleicht auch keine Lust hat und an denen einem alles zu viel wird. Vielleicht sitzt man am Ende des Tages umgeben von Chaos mit einem Becher Eis vor dem Fernseher. Aber das Schöne ist ja, dass man jeden Tag wieder klein anfangen kann. Und irgendetwas Kleines zu tun ist immer besser, als einfach zu resignieren.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s