Gedanken, Psyche

Warum ich das Klettern liebe

Geklettert bin ich schon immer. Als Kind schwindelfrei auf die höchsten Bäume, Klettergerüste rauf und runter, mit meinem Vater und meinem Bruder in der Boulderhalle. Wenn es für jede Person eine Bewegungs- oder Sportart gibt, die ihr Energie und Freude gibt, dann ist es für mich das Klettern. Schon klar, es ist auch einfach ein extrem gehypter Sport. Aber – zu recht! Auch für mich ist es einfach eine der besten Beschäftigungen, der man im Leben so nachgehen kann. Hier sind einige der Gründe dafür.

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Die Planer und die Planlosen

Kannst du die Frage, wo du dich in fünf oder zehn Jahren siehst, beantworten? Weißt du genau, wo du hinwillst und verfolgst dieses Ziel mit Leidenschaft? Herzlichen Glückwunsch! Oder eher herzliches Beileid?

Ich glaube es gibt, vereinfacht gesagt, zwei Arten von Menschen: die, die ihre Zukunft planen und die, die alles auf sich zukommen lassen. Erstere stecken sich Ziele: sie möchten erfolgreiche Autor*innen oder Anwält*innen werden, sich selbstständig machen, auswandern oder eine Familie gründen. Vielleicht auch alles auf einmal, hey, warum nicht. Letztere können sich nicht festlegen oder wissen einfach noch nicht, wohin das Leben sie führt. Sie lassen sich Zeit und sie lassen sich treiben. Es wird sich schon alles ergeben.

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Gastbeitrag: Was fehlt

Ich binde mir die Schuhe, suche mir ein Paar Handschuhe, vielleicht setze ich noch eine Mütze auf und begebe mich raus in die Kälte. Laufen gehen ist in diesen Tagen eine der wenigen sinnvollen Beschäftigungen, der man abseits von Arbeit und Einkaufen außerhalb der Wohnung nachgehen kann. Ich laufe los, spüre die Kälte, bin fast schon in meinem üblichen Trott und denke über die Belanglosigkeit unserer Zeit nach, da höre ich wie Partymusik aus einem vorbeifahrenden Auto dröhnt. Und plötzlich wieder: Flashback!

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Stille Wasser und so.

Alle reden um mich herum. Alle sind laut, fröhlich, schlau und cool. Und ich bin gerne dabei, höre gerne zu. Aber ich sollte auch etwas sagen, denke ich. Etwas Schlaues und Cooles. Etwas das zeigt, hey, sie gehört dazu; sie ist kein Fremdkörper in dieser Gruppe, kein Eindringling. Meine Worte dürfen mich nicht enttarnen als jemanden, der sich nur als eine von ihnen ausgibt. Aber still zu bleiben ist ebenfalls keine Option. Schweigen ist nicht cool. Es wirkt nicht schlau. Also zerbreche ich mir den Kopf über schlaue und coole Phrasen. Ich habe eine Idee, ich verwerfe sie wieder. Nicht zu viel Angriffsfläche bieten, sich bloß nicht blamieren. Aber trotzdem etwas sagen, jetzt. Nur was?

Zu Grundschulzeiten war ich ein ziemlich vorlautes Kind, schnell gelangweilt und immer mit einem blöden Spruch auf den Lippen. Als Teenager war das anders. In großen Gruppen blieb ich lieber still, beobachtete und vermied es, Aufmerksamkeit zu erregen. Angestrengt nach Worten zu suchen und am Ende doch zu schweigen, diese Situation kenne ich nur zu gut.

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Weniger ich

Es gab Zeiten, da waren nur die Tage gute Tage, an denen die Waage weniger zeigte als am Vortag. Es gab Zeiten, in denen mein Hunger der Feind war, den es zu überlisten oder niederzuringen galt. Und für eine Weile errung ich jeden Tag einen Teilsieg. Ich feierte den Triumph des Geistes über den Körper. Rannte immer weiter, ohne je ein Ziel erreichen zu können. Kämpfte weiter, gegen mich selbst.

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Face in the Crowd

Wie spät ist es? Blicke auf den Kalender, auf die Menschen um mich, die so schnell wachsen oder wieder in sich zusammenfallen. So spät schon? Schon fast zu spät.

Je später es wird, desto mehr steigt die Unruhe. Und die Unruhe führt zur Rotation um die eigene Achse. Und die führt zu – Stillstand. Und so stehe ich still und weiß nicht wohin mit mir. Suche und finde billige, einfache Ablenkung. Halte die Gedankenspirale für einen Moment an.

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Die Quelle der Inspiration

Mit der Inspiration ist das so eine Sache. An manchen Tagen produziert mein Kopf eine Idee nach der anderen. Jede Kleinigkeit macht mich neugierig, begeistert mich. Nicht selten bin ich dabei unterwegs, kritzele Phrasen auf zerknitterte Zettel und tippe für andere unverständliche Schlagworte in mein Handy. Doch allzu oft geht zu viel Zeit ins Land, bis ich mich meinen Ideen wieder widme. Und wo zuvor großartige Pläne waren, finde ich nur noch unleserliche Notizen, Zeugen von Gedankengängen, die mich später selbst verwirren.

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Nimmst du deine Bedürfnisse ernst?

Kennst du das Gefühl, alle und alles zu priorisieren, nur dich selbst nicht? Dir erst etwas „gönnen“ zu können, wenn du dies und jenes geschafft hast? Zu springen, sobald ein neuer Termin, eine neue Anfrage reinkommt und dabei dich selbst völlig zu vergessen?

Häufig geht es mir so, dass ich mir erst dann Zeit für mich selbst nehme, wenn ich ziemlich ausgelaugt bin. Ich sage mir beinahe jeden Tag, dass ich mehr lesen, mehr draußen sein, mehr genießen möchte. Ich nehme mir vor, täglich zu meditieren, spazieren zu gehen, etwas für mich zu tun. Doch sobald mich jemand um etwas bittet, werfe ich meine guten Vorsätze über Board.

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Die Zeit vergeht immer schneller – was tun?

Weißt du noch, wie lange die Sommerferien waren, als du ein Kind warst? Wie unendlich sich die ersehnten sechs Wochen vor einem erstreckten? Weißt du noch, wie lange ein einzelner Nachmittag sein konnte? Wieviele Abenteuer innerhalb weniger Stunden erlebt werden konnten, wie viel Neues zu entdecken war?

Verglichen mit meiner Kindheit vergeht die Zeit mit Mitte zwanzig schon ziemlich schnell, wie ich finde. Mein Großvater – stolze 90 Jahre alt – bestätigte mir auf meine Nachfrage hin, dass die Zeit im Laufe des Lebens immer schneller zu vergehen scheint. Dass sie mit 70 noch schneller vergehe als mit 50 und mit 90 wiederum schneller als mit 70. Viele Menschen sind sich diesbezüglich einig: je älter wir werden, desto mehr rast die Zeit dahin. Obwohl diese Wahrnehmung natürlich subjektiv ist, wirkt ihre weite Verbreitung relativ beunruhigend. Schließlich ist Zeit eine der wichtigsten Ressourcen, die wir haben.

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Dankbarkeit & Wundern

Dankbarkeit ist mittlerweile ein geflügeltes Wort, dessen Omnipräsenz schon mal zu Augenverdrehen führen kann. Das Empfinden von Dankbarkeit hat aber auch konkrete gesundheitliche Vorteile und kann beispielsweise die Schlafqualität verbessern. Letztens las ich in der Obdachlosenzeitung Karuna Kompass einen Artikel über dieses Thema, in dem die interviewte Person ihre drei Schritte für die Kultivierung von Dankbarkeit vorstellte: Anhalten und dir des Moments bewusst werden. Wundern. Achtsam weitergehen.

In den letzten Tagen habe ich ein wenig versucht, im Alltag innezuhalten und mir vor Augen zu führen, welche Wunder unser ganz normales Leben eigentlich beinhaltet. Das hat nicht nur unwahrscheinlich viel Spaß gemacht, sondern auch tatsächlich dazu geführt, dass ich Dinge, die mir zuvor nicht wirklich bedeutsam erschienen, zumindest für einen Moment aus einem anderen Blickwinkel betrachten konnte. Vielleicht willst du dich in nächster Zeit auch öfter mal fragen:

Ist es nicht total abgefahren, dass unser Körper in jeder Sekunde danach strebt, bestmöglich zu funktionieren und Wunden einfach heilt? Ist es nicht super cool, diese verrückten Körperteile zu haben, mit denen wir verschiedene Texturen fühlen, Gerüche und Geschmäcke wahrnehmen können? Ist es nicht faszinierend, wie einzigartig jeder von uns ist und dass wir uns ständig verändern können? Dass wir mit Hilfe unserer Fantasie an Orte reisen können, die es überhaupt nicht gibt?

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