Gedanken, Psyche

Gedanken über Authentizität

Was ist mein Problem?

Ich mag meinen Schreibstil nicht mehr. Ich klinge so, als hätte ich alle Weisheit der Welt in mich aufgesogen und als hätte die Menschheit nur darauf gewartet, dass ich sie über ihr ausgieße. Andererseits bin ich oft mit meinen Meinungen und Erfahrungen viel zu unsicher. Ich will etwas von mir zeigen, das inspiriert und zum Nachdenken anregt ohne besserwisserisch und altklug zu klingen. Ich will Emotionen teilen – Ängste, Schmerzen, Unsicherheiten, aber auch Enthusiasmus, Liebe und Sehnsucht. Ich will viel, viel echter sein, öfter mal anecken. Das habe ich noch nie getan.

Gleichzeitig ist es in meinem derzeitigen Umfeld unglaublich leicht sich von der Masse abzuheben. Rebellieren um der Rebellion willen ist aber nicht mein Ziel. Ich suche überall nach mehr Authentizität, dabei kann ich sie doch nur für mich selbst definieren und in mir selbst finden. Viel zu oft sitze ich zwischen den Stühlen, kann mich mit wenigen Menschen und Lebenskonzepten identifizieren. Ich lebe aber auch keine Alternative zum Mainstream, ich lasse mich im Sog der Masse treiben und wundere mich, warum etwas nicht zu passen scheint; so als fehle der Kick, das letzte Puzzleteil vielleicht.

Ohne den Weg zu kennen irre ich planlos von hier nach dort und wieder zurück zum Anfang. Ich bin nicht vollkommen unzufrieden, aber richtig fühlt es sich auch nicht an. Es kommt mir vor als stünde ich wieder am Anfang eines langen Weges, am gleichen Ort wie vor einem halben Jahrzehnt. Wenn ich in mich hineinhöre, weiß ich, dass das nicht stimmt. Ich habe viel über mich gelernt, bin definitiv mehr zu der Person geworden, die ich sein will. Dass ich kein klares Ziel vor Augen habe, ist vielleicht nicht der Fehler. Der Fehler ist es, nicht auf mich selbst zu hören, sondern irgendeinen vorgeebneten Weg zu beschreiten, ohne auch mal nach links und rechts zu schauen, ohne rechte Lust, aber mit genug gesellschaftlichem Druck im Rücken, um weiterzugehen.

Der Schlüssel scheint wohl in mir selbst zu liegen. Nur habe ich vor lauter Auswendiggelerne keine Zeit und keine Kapazitäten zum Suchen. Gleichzeitig merke ich, dass es wichtig ist. Ich kann nur authentisch sein und werden, wenn ich meinen Leidenschaften folge und meine Meinung ausspreche. Das wiederum würde mir vermutlich in irgendeiner Form eine Richtung aufzeigen. Mein Vorsatz also: mehr Interessen erkunden, mehr Kanten zeigen, mehr stehenbleiben und die Aussicht genießen.

3 Gedanken zu „Gedanken über Authentizität“

  1. „Dass ich kein klares Ziel vor Augen habe, ist vielleicht nicht der Fehler. Der Fehler ist es, nicht auf mich selbst zu hören, sondern irgendeinen vorgeebneten Weg zu beschreiten, ohne auch mal nach links und rechts zu schauen, ohne rechte Lust, aber mit genug gesellschaftlichem Druck im Rücken, um weiterzugehen.“

    Diese Worte könnte ich mir aufhängen. Ich arbeite im Moment daran, genau das nicht zu tun. Nicht zu studieren, obwohl das alle verlangen. Das zu tun, was ich wirklich will. Schliesslich ist es doch mein Leben. Aber so einfach ist es eben nicht… Schön, dass es andere Menschen gibt, die in derselben Situation sind wie ich. Okay das klingt falsch. Ich finde es nicht schön, dass Du auch in der Situation bist, ich finde es nur schön, dass ich nicht alleine darin stecke. So, ich hoffe, das war verständlich 😀

    Alles Liebe
    Liliane

    Gefällt mir

    1. Danke für deinen Kommentar! 🙂 Das verstehe ich total. Ich finde es auch echt besonders schwer, wenn man nur so eine grobe Idee hat, wo es hingehen soll. Ich hab manchmal das Gefühl, dass die Erwartung besteht, dass man einen perfekten „Lebensplan“ vorlegen kann, so „wo siehst du dich in 10 Jahren“ mäßig, der bei allen ziemlich ähnlich aussehen soll. Dabei muss man ja auch die Chance haben sich auszuprobieren und sein Ding zu finden!

      Alles Liebe zurück,
      Helen

      Gefällt 1 Person

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